Verpackungen

Schluss mit Nippel durch die Lasche ziehen

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KONSUMENT 1/2012 veröffentlicht: 20.12.2011

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Ohne Verpackung geht gar nichts. Doch Behälter, die schwer aufzukriegen sind, machen vielen das Leben schwer. Eine technische Richtlinie soll das jetzt ändern.

Der Kampf mit den Verpackungen (Bild: Klaus Pitter) 

Wir kennen ihn alle, den Ärger, der uns bisweilen beim Öffnen einer Verpackung überfällt – vom Schraubdeckel, der sich trotz ­brachialer Gewalt keinen Millimeter bewegt, über die Folienlasche, die beim Aufziehen abreißt, bis hin zur Perforation, die sich mit dem Fingernagel einfach nicht durchdrücken lässt. Dass derlei Produktumhüllungen alles andere als kundenfreundlich und somit für Konsumenten ein guter Grund sind, beim nächsten Einkauf zur Konkurrenzware zu greifen, ist vielen Herstellern mittlerweile bewusst.

Richtlinie für leichtes Öffnen

Um Kundenärger zukünftig zu vermeiden, stellt das Austrian Standards Institute den Unternehmen nunmehr eine technische Richtlinie zur Verfügung: Die ONR CEN/TS 15945 beschreibt ein Verfahren, mit dem sich prüfen lässt, ob eine Verpackung von der Mehrheit der Verbraucher leicht geöffnet werden kann. Dabei wird berücksichtigt, dass mit zunehmendem Alter nicht nur Sehleis­tung und motorische Geschicklichkeit nachlassen, sondern auch die Kraft der Hände schwindet. Als Tester wird deshalb die Generation 65+ herangezogen, denn wenn sie mit einem Öffnungsmechanismus gut ­zurechtkommt, tun sich damit automatisch auch jüngere Menschen leichter.

Maßgeblich beteiligt an der Entwicklung ­dieser Vorstufe zur Europäischen Norm war der Direktor des Österreichischen Instituts für Verpackungswesen, Univ. Lektor Thomas Rieder. Wir haben ihn gefragt, warum sich das Bewusstsein für praktisches Handling von ­Verbraucherverpackungen bei etlichen Herstellern nur äußerst langsam durchsetzt.

Eine Verpackung muss viel leisten

"Eine Verpackung muss heute enorm viel ­leisten, angefangen von der eindeutigen ­Produktdeklaration bis hin zum Schutz des Inhalts vor Beschädigungen", gibt Rieder zu bedenken. Alle Anforderungen unter einen Hut zu bringen, gestaltet sich oft schwierig, denn die Beteiligten verfolgen mitunter gegensätzliche Ziele. Zum Beispiel bezüglich Werbung: Die Markenartikelindustrie hätte gerne möglichst breite Packerl, die im Regal optimal gesehen werden. Der Handel ist jedoch an möglichst schmalen Behältern inte­ressiert, um viele verschiedene Produkte auf begrenztem Raum anbieten zu können.

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