KONSUMENT.AT - ICOs: die neue Krypto-Finanzierung - Risiken im Überblick

ICOs: die neue Krypto-Finanzierung

Risiko für Kleinanleger

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veröffentlicht: 12.02.2018

Inhalt

Risiken im Überblick

Die Risiken für Verbraucher hat die Finanzmarktaufsicht in einem Grundsatzpapier zusammengestellt: 

  • Unsichere Erfolgsaussicht: Typischerweise starten ICO-Projekte in einem sehr frühen Entwicklungsstadium neuer Geschäftsmodelle. Man weiß noch nicht, ob sich die Geschäftsidee gewinnbringend verwirklichen lässt. Die Wertentwicklung des Investments ist also nicht absehbar.
  • IT-Risiko: Die zugrundeliegende Technologie (Distributed Ledger bzw. Blockchain) ist meist relativ neu und oft nicht ausreichend getestet. Daher kann es nicht nur beim zu finanzierenden Projekt, sondern auch durch die verwendete Technologie zu Problemen kommen (Hacks, Codefehler etc.). 
  • Liquiditätsrisiko: Die Möglichkeit, den erworbenen Token auf einer Plattform zu handeln bzw. ihn wieder gegen gesetzliche Zahlungsmittel zu tauschen, kann eingeschränkt sein. Handelsplattformen sind darüber hinaus derzeit unreguliert und unterliegen daher nicht den strengen Transparenz- und Handelsvorschriften wie etwa Wertpapierbörsen.
  • Erhöhtes Betrugsrisiko: Einige Unternehmen haben möglicherweise nicht die Absicht, die eingenommenen Gelder oder virtuellen Währungen in der versprochenen Weise zu nutzen.
  • Unzureichende Dokumentation: Statt eines Prospektes gemäß Kapitalmarktgesetz gibt es bei ICOs in der Regel nur ein „white paper“. Dieses „white paper“ bietet lediglich eine Übersicht über Leistungen, Standards und Technik. Es unterliegt keinen gesetzlichen Vorgaben und kann unvollständig oder irreführend sein. 
  • Unzureichende Transparenz: Investoren haben in der Regel keinen Einblick in das Unternehmen oder die Entwicklung des Projektes. Oftmals ist ein komplexes technisches Verständnis notwendig, um die Merkmale und Risiken des ICOs vollständig zu verstehen. Es bestehen keine gesetzlichen Informations-Verpflichtungen, außer das Angebot fällt unter die Prospektpflicht nach dem Kapitalmarktgesetz (KMG).
  • Kein Anlegerschutz: Es gibt keine Einlagensicherung und keinen gesetzlichen Anlegerschutz. 
  • Keine Aufsicht: ICOs unterliegen zumeist keiner Regulierung und keiner Aufsicht. ICOs finden oft im Ausland oder auch im Internet statt. Eine Rechtsdurchsetzung kann dadurch erheblich erschwert bis unmöglich sein.

Coininvest 300

Ungeachtet dieser rechtlich unsicheren Rahmenbedingungen werden in den kommenden Monaten auch in Österreich neue ICOs erwartet. An der Professionalisierung des Systems wird gearbeitet. So wurde zum Beispiel Ende 2017 eine Plattform ins Leben gerufen, die Start-ups bei ICOs unterstützen soll: Coininvest 300. Betrieben wird die Plattform u.a. vom Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG und der Crowdinvestment-Plattform Conda. Letztere startete Ende 2017 selbst mit einem ICO (dem Pre-Sale/Vorverkauf), der bis Mitte des Jahres abgeschlossen werden soll. 

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