Ethanolöfen: Benzol und Stickoxide

"Wie an der Tankstelle"

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KONSUMENT 1/2016 veröffentlicht: 23.12.2015

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Ethanolöfen werden immer beliebter und dürfen ohne Abzug in Wohnräumen aufgestellt werden. Dabei sind sie nicht nur brandgefährlich, sie können auch zu massiven Schadstoffkonzentrationen führen.

Davor warnt die IBO Innenraumanalytik in einer kürzlich veröffentlichten Studie ( Innenraumschadstoffe durch Verbrennung: Ethanol- und Speicheröfen (PDF) ). Im Gegensatz zu den Aussagen der Anbieter werden nicht nur Wasserdampf und CO2 freigesetzt, sondern auch erhebliche Mengen krebserzeugender Stoffe wie Formaldehyd und Benzol, weiters Feinstaub und Stickstoffoxide.

Ethanolofen: Sie geben Schadstoffe in die Räume ab (Bild: Stock image/Shutterstock)

Wie an der Tankstelle

Die gemessenen Benzolkonzentrationen beispielsweise würden denen entsprechen, die man "sonst nur an Tankstellen im Nahbereich der Zapfhähne feststellen kann". Die Schadstoffproblematik ist bei Bio-Ethanol um nichts geringer als bei synthetischem Ethanol.

In der Studie wird die Wirtschaft massiv kritisiert. In den Produktinformationen und auf den Websites der Anbieter von Ethanolöfen werde durchwegs "in grob irreführender Weise“ behauptet, dass der Brennstoff nur zu Wasserdampf und CO2 bzw. "rückstandslos zu heißer Luft“ verbrenne.

Nicht in Innenräumen

Ethanolöfen dürften nach Ansicht der Experten nicht in Innenräumen verwendet werden, höchstens bei vollständig geöffneten Fenstern, eine Forderung, die in der Praxis höchstwahrscheinlich nicht umgesetzt werden würde. Nur wenn der Hersteller darauf klar und unmissverständlich hinweise, sollten Ethanolöfen in Verkehr gesetzt werden dürfen.


 

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