Bestattung

Der letzte Weg

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KONSUMENT 11/2017 veröffentlicht: 25.10.2017

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Kaum eine Branche ist so diskret wie jene der Bestatter. Konkrete Auskünfte darüber, was ein Begräbnis kostet, sind nach wie vor Mangelware.

Franz Nechansky, Bundesinnungsmeister der österreichischen Bestatter und Dr. Theodor Thanner, Generaldirektor der Bundeswettbewerbsbehörde im KONSUMENT-Video


Auch wenn sich unsere Welt in rasender Geschwindigkeit verändert: Eine Konstante bleibt, und das ist der Tod. Schon bei unserer Geburt steht fest, dass wir eines Tages sterben werden. Wann genau, das weiß nur der liebe Gott, sofern man an ihn glaubt.

Thema Tod wird tabuisiert

Doch obwohl klar ist, dass jeder Weg einmal zu Ende geht, blenden wir diese Tat­sache meist aus und leben, als gäbe es kein Morgen. Gut, wer jung und gesund ist, muss sich mit seinem Ableben nicht groß beschäftigen. Aber auch wenn die runden Geburtstage mehr werden, ist der Gedanke an den Tod tabu. Selbst bei lebensgefähr­lichen Krankheiten wird mit dem Betroffenen oft bis zum Schluss über alles Mögliche gesprochen, nur nicht über das bevorstehende Ende.

Irgendwann ist kein Gespräch mehr möglich

Sich mit der eigenen Sterblichkeit und der seiner Lieben auseinanderzusetzen, ist keine einfache Übung. Da der Tod in unserem Leben keinen Platz hat, fällt es uns schwer, darüber zu reden. Das gilt für ­Ältere oder Sterbende genauso wie für ihre Angehörigen. Zu groß ist die Furcht, nicht die richtigen Worte zu finden, den anderen zu verstören oder zu verletzen. Irgendwann ist aber kein Gespräch mehr möglich. Und aus Familienmitgliedern werden ­Hinterbliebene, die eine Beerdigung organisieren müssen – oft ohne zu wissen, ­welche Art der Verabschiedung sich der Verstorbene gewünscht hätte.

Erste Entscheidung: Zu welchem Bestatter?

Pro Jahr gibt es in Österreich durchnittlich 80.000 Sterbefälle. Für die, die zurück­bleiben, bedeutet ein Todesfall, dass sie viele traurige Pflichten erledigen müssen, und das innerhalb weniger Tage.

Die erste Entscheidung, die zu treffen ist, lautet: Zu welchem Bestatter gehen wir? Darüber musste man früher nicht nachdenken. Jeder Bestatter war für eine bestimmte ­Region zuständig und hatte damit eine Art Monopolstellung. Seit einer Änderung der Gewerbeordnung 2002 herrscht Wahl­freiheit. Vor allem in größeren Städten gibt es neben den großen gemeindeeigenen Anbietern auch sogenannte freie Bestatter, die um Kunden werben. Im Spannungsfeld zwischen Pietät und Profit sind österreichweit ungefähr 600 Firmen tätig.

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Wertung: 4 von 5 Sternen
19 Stimmen

Kommentare

  • Bestattung
    von Gerry20 am 15.11.2017 um 00:47
    Ich hatte vor 3 Wochen einen Todesfall in meiner Familie, mein jüngerer Bruder ist in der Nähe von St Pölten verstorben. Wir haben dann gemeinsam mit der Familie beraten, wie wir seinem letzten Wunsch - einer Feuerbestattung - gerecht werden. Also die Preise sind ein Hammer, die Urnen Bestattung im Familiengrab in Wien, hätte zusätzlich za. 4000€ gekostet. Das es sich hier um einen Mafia im Ärgsten Stil handelt, weis jeder, aber die Politik schaut weg. Die Frechheit ist, das für jede 10 Watt Birne Geld verlangt wir, und das in einer unverschämten Weise. Klar hat der Friedhof einen Aufwand, aber dafür bezahle ich ja auch das Grab. Abzokke pur. Infos darüber wie hoch die Kosten sind, werden seitens der Friedofs Verwaltung in Wien nicht genannt, ist ein Geheimnis. Generell wird darüber nicht gesprochen, und von Transparenz ist Weit und Breit nichts zu sehen. Man zieht hier in diesem Fall den Hinterbliebenene das Geld ganz frech aus der Tasche. Summa Summarum, ein Begräbnis kann man ohne Bedenken mit 5000€ veranschlagen, und das ist schon billig Preisvergleich, ??? sinnlos, auf Grund der angeblich unterschiedlchen Leistungen...HA
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo