Bestattungskosten

Sparbuch schlägt Versicherung

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KONSUMENT 11/2017 veröffentlicht: 25.10.2017

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Bei Bestattungskosten-Versicherungen fallen hohe Kosten an - ein Produktvergleich kann mehrere Tausend Euro ersparen. Die billigste Alternative: ein Sparbuch.

Wer sein Ableben betreffend für eine würdige Verabschiedung und eine letzte Ruhestätte nach eigenen Vorstellungen sorgen will, kann das auf unterschiedliche Weise tun. Eine davon ist der Abschluss einer Bestattungskostenversicherung, auch Sterbeversicherung, Bestattungsvorsorge, Begräbnis(kosten)versicherung oder Abschiedsvorsorge genannt.

Versicherungssummen von 2.000 bis 20.000 Euro

Im Gegensatz zur herkömmlichen Ablebensversicherung, die oft erst ab einer Versicherungssumme von 50.000 Euro zu haben ist, geht es hier üblicherweise um eine Bandbreite von 2.000 bis 20.000 Euro (bei Zürich bis 30.000 Euro, beim Wiener Verein maximal 50.000 Euro). Die Begräbniskosten variieren je nach den persönlichen Wünschen sehr stark; mit einer Versicherungssumme von 5.000 bis 10.000 Euro sollten aber die meisten Kosten abgedeckt sein.

Die Ansparzeiten sind mit fünf bis zehn Jahren – in Ausnahmefällen bis zu 15 Jahren – bei dieser Versicherung eher kurz angesetzt. Über die festgelegte Zeitspanne wird die Versicherungssumme angespart, dann läuft der Vertrag prämienfrei weiter. Um das ohnehin schon recht kostenintensive Produkt nicht noch teurer zu machen, empfiehlt sich die jährliche Zahlungsweise, denn für monatliche oder halbjährliche Zahlungen kann ein Unterjährigkeitszuschlag verrechnet werden.

Wartefrist oder Geld zurück

Ein bedeutender Unterschied zur herkömmlichen Ablebensversicherung liegt darin, dass oft (aber nicht bei jedem Anbieter!) keine Gesundheitsprüfung erforderlich ist. Dadurch bietet sich auch für Menschen mit Vorerkrankungen, die keine Risikolebensversicherung abschließen können, die Möglichkeit, für den Ablebensfall finanziell vorzusorgen.

Wer schwer krank ist, muss allerdings ins Kalkül ziehen, dass viele Versicherer eine Wartefrist von drei Jahren ab Vertragsabschluss vorgeben, bis die Versicherungssumme ausgezahlt wird. Tritt der Todesfall innerhalb der Wartefrist ein, werden die einbezahlten Prämien an die begünstigten Angehörigen zurückgezahlt, wenn auch abzüglich Abschluss-, Verwaltungs- und Stückkosten.

Ausnahme: tödlicher Unfall

Eine Ausnahme bilden Unfälle: Bei Versicherten, die während der Wartezeit tödlich verunglücken, wird die vereinbarte Versicherungssumme auch in den ersten Jahren ausgezahlt.

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Donau, Ergo, Generali, Helvetia, Merkur, Oberösterreichische, Uniqa, Wiener Verein, Wüstenrot, Zürich

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11 Stimmen

Kommentare

  • Was wäre wenn Sie unterwegs sterben?
    von REDAKTION am 08.11.2017 um 14:35
    Vielen Dank für Ihren Hinweis! Ja, auch Überführungskosten können ein wichtiges Thema sein. Unsere Empfehlung war auf die grundsätzliche Entscheidung zwischen Sparbuch (vor allem auch, wenn Geld vorhanden ist) und Versicherung gerichtet. Natürlich sollte auch für eine mögliche Überführung vorgesorgt werden. Vor allem dann, wenn im Alter viele Reisen unternommen werden oder ein Zweitwohnsitz im Ausland vorhanden ist. Diesen Schutz bieten aber oft auch Reiseversicherungen. Entsprechend sollte die individuelle Situation Grundlage der Entscheidung sein.
  • Was wäre wenn Sie unterwegs sterben?
    von FinanzplanerNORD am 07.11.2017 um 10:31
    Mit großem Interesse habe ich ihren Artikel gelesen. Eine Versicherung ist natürlich mit MEHR Kosten verbunden als ein einfaches Sparbuch. Es ist ja nicht das Gleiche: Sie vergleichen ja auch nicht einen VW Fox mit einem Porsche und meinen dann: Na ja der VW Fox ist schon billiger. Billiger ja - doch nicht das Gleiche... Nun - ein Aspekt der "Vergessen" wurde: Deckt das Sparbuch auch eventuell anfallende Überführungskosten in Österreich oder im Worst-Case-Szenario auch die Überführung wenn Sie im Ausland sind oder gar auf hoher See in internationalen Gewässern sterben? Wer bezahlt das dann? Das Sparbuch? Dann reservieren Sie mal - sicher ist sicher - 10.000 -15.000 Euro an Extrakosten für diese Überführung. Weiters: Wer organisiert Ihnen das? Machen Sie das selber oder kennen Sie jemanden der jemanden kennt der Ihnen bei den rechtlichen Belangen bei so einem Sterbefall hilft. Ja da gibt es auch Sprachbarrieren... - auch wenn Sie jemanden finden kostet das in der Regel Geld. Vor allem wenn Sie Profis engagieren...! Also bitte: Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! Ihr Gerhard Lugauer
  • Die Rechnung ohne den Wirt gemacht
    von StinglMarkus am 03.11.2017 um 08:59
    Danke für den Hinweis! Ja, für ein Treuhandkonto fallen grundsätzlich Zusatzkosten an. Für den Einzelnen kommt es auf die Regelung mit dem jeweiligen Bestatter an. Dort ist es sinnvoll – wie bei jedem anderen Vertragsabschluss – zusätzliche Kosten konkret zu erfragen.
  • Die Rechnung ohne den Wirt gemacht
    von wesian am 02.11.2017 um 22:22
    Ich meinte natürlich die Kosten des Treuhänders.
  • Die Rechnung ohne den Wirt gemacht
    von wesian am 02.11.2017 um 14:49
    Vielen Dank für Ihre Antwort! Zum Thema Treuhandkonto habe ich noch eine Frage? Glauben Sie, daß ein Treuhandkonto kostenlos sein wird? Ich denke nicht. Es fallen Kontoführungsgebühren sowie die Kosten den Treugebers an.
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