Datenrettung: ECS Global

Teure Nullleistungen

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KONSUMENT 4/2016 veröffentlicht: 23.03.2016, aktualisiert: 05.05.2016

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Datenrettung Österreich: viel versprochen, wenig gehalten, genug kassiert.

Wenn wichtige Dokumente auf einem einzigen Datenträger gespeichert sind, ist im Fall eines Defekts die Verzweiflung groß. Auf Datenrettung spezialisierte Firmen sind dann die letzte Hoffnung - und genau das machen sich Anbieter zunutze, denen weniger die Kundenzufriedenheit als vielmehr das leicht verdiente Geld am Herzen zu liegen scheint.

Vertrauen durch Regionalität

In diesem Verdacht steht zum Beispiel die ECS Global GmbH, die auch unter Datenrettung Österreich bzw. Datenrettung Deutschland zu finden ist und in den Suchmaschinen weit oben gelistet wird. Das erreicht sie durch bezahlte Anzeigen, aber auch durch die Kooperation mit regionalen Firmen, bei denen man defekte Datenträger abgeben kann. Sowohl die Regionalität als auch der Eindruck, es mit einem weitverzweigten Unternehmen zu tun zu haben, schaffen Vertrauen. Laufende Rabattaktionen tragen das Ihre dazu bei. Wie die Sache dann mitunter abläuft, kann man nicht nur dem Internet entnehmen, sondern auch einer Leserzuschrift. Hier begann es mit der mündlichen Auskunft, dass mit (marktüblichen) Kosten von 500 bis 800 Euro zu rechnen sei.

Anzahlung von 350 Euro

Also wurde die Festplatte übergeben, analysiert und ein Kostenvoranschlag übermittelt. Dieser belief sich auf mehr als 1.900 Euro! Als sich der Kunde unter Berufung auf das Telefonat zurückmeldete, hieß es entschuldigend, man habe irrtümlich die aufwendige Businessvariante veranschlagt. Man einigte sich schließlich auf 700 Euro für die Standard-Wiederherstellung. Und auf eine Anzahlung von 350 Euro. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Daten wiederherstellbar wären, lag laut Voranschlag bei rund 70 Prozent. Mündlich war sogar von 90 Prozent die Rede gewesen.

Datenrettung unmöglich

Doch dann kam die Ernüchterung: Die Rettung der Daten sei unmöglich. Von optimistischen 90 Prozent auf 0 Prozent? Die schriftlichen Analyseergebnisse forderte der Kunde vergeblich ein und die 350 Euro waren verloren, denn so steht es leider auch in den Firmen-AGB. Immerhin bekam er seine defekte Festplatte retourniert. Nach allem, was wir bisher in Erfahrung bringen konnten, müssen wir davon abraten, die Datenrettungsdienste von ECS Global in Anspruch zu nehmen.

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