KONSUMENT.AT - Google-Datenschutzerklärung - Datenschutzerklärung unreichend

Google-Datenschutzerklärung

Mehr Nutzen für Google als für User

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KONSUMENT 4/2012 veröffentlicht: 23.02.2012

Inhalt

Werbung zielgenau platzieren

Im Klartext: Wann immer Sie Kommentare in Google+ schreiben, Mails über Gmail versenden oder Videos auf YouTube ansehen, schließt Google aus den Inhalten auf Ihre Interessen und fügt diese zu Ihrem Profil hinzu. Google identifiziert Sie (bzw. Ihren Computer) laufend anhand von Cookies und Ihrem Google-Konto. - Hier ein Beispiel, wie Google-Cookies in Firefox aussehen:

Cookieliste im Firefox, Google ist meist an erster Stelle (Bild: Screenshot VKI)  

Das alles dient nicht nur einem "besseren Nutzererlebnis“, weil Ihre Google-Websuche in Zukunft Treffer liefert, die noch besser für Sie passen. Vor allem erlaubt es Google, Ihnen noch zielgenauer Werbung auf Basis Ihres Verhaltens zu präsentieren. Wenn Sie ein Google-Konto nutzen (z.B. weil Sie Gmail verwenden) und beim Surfen angemeldet sind, werden die erfassten Interessensgebiete wohl fix und auf Dauer mit Ihrem Benutzernamen verknüpft.

Nutzungsbedingungen vereinheitlicht

Die Nutzungsbedingungen werden nun ebenfalls für beinahe alle Google-Dienste vereinheitlicht. Brisante Neuerungen gibt es im Vergleich zur Datenschutzerklärung nicht. Vorgeschrieben ist unter anderem, dass Sie Google-Produkte nicht missbräuchlich verwenden dürfen und Google alle notwendigen (Urheber-)Rechte einräumen, damit die von Ihnen eingestellten Inhalte in den Diensten angezeigt werden können.

Wie Sie auf die Daten zugreifen können

Die Datenschutzerklärung soll Ihnen zeigen, welche Informationen Google erfasst, zu welchen Zwecken diese Informationen genutzt werden und wie Sie auf die Daten zugreifen können. Unterschieden wird dabei zwischen

  • "Daten, die Sie uns mitteilen“ und
  • "Informationen, die wir aufgrund Ihrer Nutzung unserer Dienste erhalten“.

Zur ersten Kategorie zählen alle Daten, die Sie bei der Registrierung zu einem Google-Konto angeben: Ihr Name, Ihre Mailadresse, Ihre Telefonnummer, Ihr Foto etc. Die zweite Kategorie umfasst jene Daten, die ohne Ihr Zutun erfasst werden, wenn Sie eine Webseite besuchen, ein Google-Produkt verwenden oder auf eine Anzeige klicken. Dazu gehören Daten wie Logfiles bei Suchanfragen, IP-Adressen, Gerätekennungen, auch Telefonnummern, Cookies sowie standortbezogene Informationen bei mobilen Geräten. Die IP-Adressen werden laut Google nach neun Monaten, die in Cookies gespeicherten Kennungen nach achtzehn Monaten anonymisiert.

Datenschutzerklärung nach EU-Recht ungenügend

Die Inhalte der Datenschutzerklärung sind mehr als nur ein Informationsservice für Sie. Ihre rechtliche Bedeutung liegt darin, dass Sie der in der Erklärung angeführten Nutzung Ihrer Daten zustimmen, wenn Sie Google verwenden. Wobei dies relativiert werden muss: Nach den strengen europäischen Gesetzen ist eine Zustimmung nur dann gültig, wenn Sie genau wissen, welche Daten Google zu welchen Zwecken verwendet. Die neue Datenschutzerklärung entspricht diesen Anforderungen nicht.

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Kommentare

  • don t be evil...
    von polz am 27.02.2012 um 18:36
    ... war mal der Leitspruch von Google. Viel ist davon nicht übrig geblieben. Eigentlich unerträglich, dass sich jeder Konzern, sobald er eine gewisse Größe erreicht hat, über jegliches Recht hinwegsetzen kann. Da hätten die EU - wie auch bei den Fludaten - ein großes Betätigungsfeld...