KONSUMENT.AT - Handyhersteller im Ethik-Test - So haben wir getestet

Handyhersteller im Ethik-Test

Technik hui, Ethik pfui

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Konsument 5/2007 veröffentlicht: 10.04.2007

Inhalt

Der Ethik-Test "Handyhersteller " wurde im Rahmen einer Kooperation europäischer Verbraucherorganisationen durchgeführt. Untersuchungsgegenstand waren Markenhersteller von Mobiltelefonen. Untersuchungszeitraum: 3/2006 bis 1/2007.

Die Erhebung 

Die Datenerhebung wurde einerseits in Form einer desk research (Sekundärerhebung) durchgeführt. Dazu wurden Interviews mit den CSR-Managern geführt, Fragebögen ausgewertet, Unterlagen, die von den Unternehmen zur Verfügung gestellt wurden (z.B. Nachhaltigkeitsreports), ebenso geprüft wie einschlägige Publikationen, darunter auch Untersuchungen anderer Nichtregierungsorganisationen; zudem erfolgte eine Analyse der Firmen-Websites.

Feldstudie an 14 Standorten

Die Vor-Ort-Untersuchung (field study) erfolgte an 14 Produktionsstandorten in der Dritten Welt: China, Indien, Thailand, Philippinen. Durchgeführt wurde sie von örtlichen Untersuchungsorganisationen. Im Zentrum standen Einzelinterviews mit Arbeitskräften der betreffenden Werke, die außerhalb des Werksgeländes unter Zusicherung der Anonymität geführt wurden. In Ergänzung wurden Werksdirektoren und Personalverantwortliche interviewt.

Bewertung relativ, nicht absolut

Die Bewertung nach einem 5-Stufen-Schema:

  • A bedeutet, dass das Unternehmen in diesem Bereich den überwiegenden Teil der Kriterien erfüllt.
  • B : Das Unternehmen erfüllt die Mehrzahl der Kriterien.
  • C : Das Unternehmen erfüllt rund die Hälfte der Kriterien .
  • D : Das Unternehmen erfüllt nur den kleineren Teil der Kriterien.
  • E : Das Unternehmen erfüllt keine oder nur einige wenige Kriterien.

Die Kriterien stellen Mindeststandards dar. Deren Erfüllung bedeutet somit nicht, dass die Leistung des Unternehmens als „sehr gut“ bezeichnet werden kann. Die Kriterien werden gewichtet, tragen also unterschiedlich stark zu einem Gruppenurteil bzw. zum Endurteil bei.

Die Kriterien im Einzelnen

  • Transparenz (Anteil am Endurteil: 10 %)

Bewertet wurden öffentlich zugängliche Berichte zum Thema CSR: und zwar nach Inhalt, Abdeckung der Unternehmensaktivitäten und Vorhandensein von Stellungnahmen unabhängiger Organisationen.

Weiters wurde die Kooperationsbereitschaft des Unternehmens bewertet: Wurden alle gewünschten Informationen bereitwillig und unter Einhaltung der Fristen geliefert? Die Beantwortung von mystery calls (verdeckten Anfragen) wurde beurteilt und schließlich auch die Offenlegung der Wertschöpfungskette (möglichst umfassende Angaben über alle Produktionsstätten).

  • Umwelt (40 %)

Umweltpolitik

Verlangt das Unternehmen eine ISO- bzw. EMAS-Zertifizierung, auch von Sublieferanten? Wird die Einhaltung überprüft, gibt es Informationen über die Ergebnisse bzw. über Verbesserungsprogramme?

Bewertung von Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauches und der Entsorgung ; gibt es externe Zertifizierungen? Gibt es Informationen für Konsumenten?

Schadstoffe

RoHS: Erfüllt das Unternehmen die Bestimmungen der RoHS-Richtlinie zur Beschränkung gefährlicher Substanzen in der Produktion, wie Blei, Cadmium, Quecksilber, Chrom, PBB oder PBDE? Geht es über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus? Ist die Kontrolle gewährleistet? Werden über die RoHS-Richtlinie hinaus auch andere toxische Stoffe aus der Produktion verbannt?

Entsorgung

WEEE: Erfüllt das Unternehmen die Bestimmungen der WEEE-Richtlinie über die Entsorgung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten? Wird beim Design der Produkte auf das Recycling Rücksicht genommen? Gibt es ein unternehmenseigenes Rücknahmeprogramm, das über die Bestimmungen der WEEE-Richtlinie hinausgeht?

  • Soziales (50 %)

Sozialstandards

ILO-Standards. Berücksichtigung der acht zentralen ILO-Standards in der Unternehmenspolitik: keine Kinderarbeit, keine Zwangsarbeit oder Sklaverei, keine Diskriminierung von Arbeitnehmergruppen, Gewerkschaftsfreiheit, Recht auf Kollektivverhandlungen, Bezahlung von living wages (Löhnen, die die Lebenshaltungskosten decken), maximale Arbeitszeit, Sicherheit und Hygiene am Arbeitsplatz.

Audits. Werden Audits zur Überprüfung der Einhaltung der Mindeststandards durchgeführt, nur in den eigenen Werken oder auch in denen der Zulieferbetriebe? Gibt es nur interne oder auch externe (unternehmensunabhängige) Audits? Gibt es einen Audit-Report, werden die Ergebnisse veröffentlicht?

Vor-Ort-Untersuchung (nicht bewertet)

In Interviews wurden Informationen über die Arbeitsbedingungen eingeholt, wobei folgende Themen im Mittelpunkt standen: Kinderarbeit, Gewerkschaftsfreiheit, erzwungene Überstunden, Nicht-Diskriminierung, Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen bezüglich Mindestlohn, Gesundheit und Hygiene, Vorhandensein von Arbeitsverträgen, maximale Arbeitszeit.

Bewertung

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