Hinter der IP-Zertifizierung steckt eine europäische Norm namens „International Protection“ = internationaler Schutz. Sie umfasst verschiedene in Ziffern angegebene Schutzarten (auch: Schutzklassen) und wurde für elektrische und elektronische Geräte entwickelt.
Die Bedeutung der Ziffern
Bei einer Angabe wie IP68 handelt es sich nicht um eine Zahl, sondern um zwei Ziffern mit unterschiedlichen Bedeutungen. Je höher die jeweilige Ziffer, desto höher der Schutzgrad. Für Smartphones interessant sind jene Schutzarten, die sich auf das Eindringen von Fremdkörpern (in erster Linie Staub oder Sand) und Wasser beziehen. Bei Fremdkörpern sind das die Ziffern 5 (= geschützt vor Staub in schädigender Menge) und 6 (= staubdicht). Bei Wasser sind das vor allem 4 (= Schutz vor Spritzwasser von allen Seiten), 5 (= Schutz vor Strahlwasser aus der Düse aus einem beliebigen Winkel), 6 (= Schutz vor starkem Strahlwasser), 7 (= Schutz vor zeitweiligem Untertauchen), 8 (= Schutz vor andauerndem Untertauchen), 9 (= Schutz vor Hochdruckwasserstrahlen bei erhöhter Temperatur).
Bei der Angabe der IP-Schutzart steht an erster Stelle immer die Ziffer, die sich auf die Fremdkörper bezieht und an zweiter Stelle die Ziffer für den Schutz vor Wasser.
So findet man auf dem Markt Geräte mit IP54 ebenso wie solche mit IP67 oder IP68. Während IP54 einen relativ niedrigen Schutz darstellt, sind Geräte mit IP67 staubdicht und wasserfest und solche mit IP68 staub- und wasserdicht. Was es ebenfalls gibt, sind Kombinationen wie IPX7 oder IP5X, und zwar dann, wenn der Hersteller zur Staub- oder Wasserdichtheit keine Angaben machen kann bzw. keine Zertifizierung hat.
Auf Garantie und Gewährleistung achten!
Eine Zertifizierung sagt auf jeden Fall mehr aus als reine Werbeaussagen wie „Outdoorhandy“. Allerdings sind selbst bei den hohen Schutzstufen Einschränkungen zu beachten, um die Garantie- und Gewährleistungsansprüche nicht zu verlieren. Einerseits sind das die Herstellerempfehlungen, die z. B. trotz IP-Zertifizierung den Hinweis enthalten können, das Gerät nicht unter Wasser zu tauchen. Andererseits bezieht sich „zeitweiliges Untertauchen“ lediglich auf eine Tiefe von 1 Meter für maximal 30 Minuten – und das in klarem Süßwasser. Beim andauernden Untertauchen und beim Hochdruckstrahl müssen Sie auf die unterschiedlichen Anbieterangaben achten.