Onlinebanking: George

Neue Version irritiert Kunden

Seite 1 von 1

KONSUMENT 8/2017 veröffentlicht: 27.07.2017

Inhalt

Neue Onlinebanking-Version

George, „das modernste Banking Österreichs“, hatte Anfang Juli schon 1.114.000 Kunden, wie die Erste Bank Group auf ihrer Website jubelt. Doch nicht alle sind darüber glücklich – das wissen wir von vielen Leserbriefen und Kommentaren, die bei uns eingegangen sind. Treue Erste-Kunden wollen nicht verstehen, warum man ihnen jetzt eine neue Onlinebanking-Version aufs Auge drückt, wo sie doch jahrelang mit dem alten System netbanking hochzufrieden waren. Manche machen auch darauf aufmerksam, dass das eine oder andere nicht mehr wie gewohnt funktioniert bzw. angezeigt wird.

Bisher hatten Erste-Kunden die Wahl zwischen den beiden Onlineversionen. Doch am 8. November 2017 ist endgültig Schluss mit dem alten netbanking, das nüchtern und sachlich funktionierte. Dann gibt‘s nur mehr George – „stylish und bunt“. Das Management der Sparkassengruppe findet, Onlinebanking muss Spaß machen, um gegen Google, Facebook & Co bestehen zu können.

Viele Features kostenpflichtig

Nun, man kann der Bank nicht verbieten, ein neues Produkt auf den Markt zu bringen und ein altes einzustellen. Und im Großen und Ganzen funktioniert George auch reibungslos und zuverlässig – neben Bildchen und Farben bietet es auch Neuerungen, die die Bedienung einfacher und schneller machen. Warnen müssen wir aber vor den vielen kostenpflichtigen Apps, die den Usern schmackhaft gemacht werden: statistische Aufbereitungen, ein Langzeitarchiv, ein „Airbag“ (früher nannte man das einfach Versicherung), … Da entstehen laufende monatliche Kosten für Apps, die man vielleicht zwei oder dreimal ausprobiert und dann vergisst. Man sollte sich wirklich gut überlegen, ob man die Features regelmäßig verwenden wird. Das gilt vor allem für die Pakete (Plus Abo und Premium Abo); eine einzelne App tut es vielleicht auch. Gerade wenn Ihnen der Umstieg schwerfällt, sollten Sie schon jetzt erste Schritte mit George unternehmen, bevor die gewohnte Oberfläche eingestellt wird. Wenn Sie aus Ärger die Bank wechseln wollen: Schauen Sie sich die Online-Tools anderer Banken genau an – damit Sie nicht vom Regen in die Traufe kommen.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
20 Stimmen

Kommentare

  • george Erste Bank
    von mangan am 12.11.2017 um 16:25
    Ich verzichte derzeit auf die neue Version und lass mich von der Allgem.Sparkasse OÖ nicht unter Druck setzen denn ich kann auch ohne PC meine Überweisungen erledigen.
  • Die Höhe Kundenzahl
    von shoper1030 am 25.08.2017 um 00:00
    sind Altkunden und ein paar Neukunden. Die ERSTE ist mittlerweile wie A1, wenn s um Tarife geht. Hingehen drohen und zack keine Kontoführungsgebühren wie bei sonst. Onlinebanking.
  • George & Co
    von ling am 28.07.2017 um 10:19
    Mich würde interessieren wie die hohe Kundenanzahl zustande gekommen ist. Doch darüber schweigt sich die Bank wohl wissend aus. Und selbstverständlich kann man der Bank indirekt verbieten ein neues Produkt auf den Markt zu bringen. Man schüttet sie mit Beschwerden zu oder wechselt die Bankverbindung. Damit verhindert man das Produkt zwar nicht völlig, bewirkt aber ein Umdenken. Leider regiert in Österreich noch immer die "da kann man halt nichts machen, das ist so"-Mentalität, und davon leben mittlerweile viele Unternehmen ziemlich gut. Würde nur ein Bruchteil der unzufriedenen Kunden auch tatsächlich aktiv werden, sähe die Situation - insbesondere im Bankwesen - ganz anders aus.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo