Plattenspieler: menschliche Komponente

Kommentar von Gernot Schönfeldinger

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KONSUMENT 3/2019 veröffentlicht: 26.02.2019

Inhalt

Junge Menschen interessieren sich vermehrt für Analoges: Fotos, Schallplatten ...

Gernot Schönfeldinger über Computer, Smartphones und Software (Foto: VKI)

Es ist mittlerweile schon ein paar Jahrzehnte her, dass ich den Beschluss fasste, Musik nur noch auf CD zu kaufen. Zwecks Finanzierung hielt ich es für eine gute Idee, einem Altwarenhändler eine Reihe von Schallplatten anzubieten. Mehr als ein müdes Lächeln bekam ich allerdings nicht von ihm. Mittlerweile kaufe ich meine Musik in Form von Dateien und verwalte Tausende von Bildern auf dem PC.

Smartphone-Fotos ausdrucken

Mit Erstaunen beobachte ich daher, dass sich junge Leute, die bis vor Kurzem mit dem Begriff LP genau gar nichts anfangen konnten, plötzlich für Plattenspieler interessieren und dass sie mit dem Smartphone geschossene Fotos ausdrucken (wofür es mittlerweile eigene mobile Drucker gibt). Kurioserweise habe ich als im vorigen Jahrhundert Geborener diese Entwicklung in einer ersten Reaktion als rückschrittlich empfunden.

Bedürfnis nach Beständigkeit

Unterm Strich orte ich jedoch ein gewisses menschliches Bedürfnis nach Dingen, die man angreifen kann, die Beständigkeit ausstrahlen, nach analogen Ankerpunkten in unserer kurzlebigen digitalisierten Welt. Und darum geht es wohl seit jeher bei jeder Form von Fortschritt: die menschliche Komponente nicht aus den Augen zu verlieren.

Blog-Beiträge

Dieses und viele weitere Themen finden Sie in unserem VKI-Blog unter www.blog.vki.at/categories/technikspielplatz

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