KONSUMENT.AT - Streaming-Plattformen - Kostenbeispiel, Zukunftsaussichten

Streaming-Plattformen

Musik liegt in der Luft

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KONSUMENT 2/2012 veröffentlicht: 17.01.2012

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Finanzierung am Beispiel von Simfy

Die deutsche Musik-Streamingplattform ­Simfy bietet einen Free-, einen Premium- und einen Premium-Plus-Account an. Die beiden Letztgenannten laufen auf Basis einer Flatrate (monatlicher Fixpreis). Eine Flatrate bietet Konsumenten den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu einem Radio- oder Webstream selbst entscheiden können, was sie hören möchten.

Im Fall von Simfy haben die Nutzer Zugriff auf über 16 Millionen Musikstücke. Bei der Gratis-Version können registrierte Nutzer zwar auf alle Musiktitel zugreifen, allerdings werden sie mit Werbung konfrontiert. Bei den Pre­mium-Versionen wird den Kunden zusätzlich zum werbefreien Musikgenuss eine Applika­tion (ein Gratis-Abspielprogramm) für den Desktop ihres PCs oder den Laptop ange­boten. Das monatliche Entgelt für die normale Premium-Version beträgt 5,99 Euro. Der Premium-Plus-Account kostet 9,99 Euro im Monat. Hier können die User zusätzlich zur Desktop- eine Smartphone-Applikation downloaden und ihre Playlisten auch offline hören. Einen Teil der Werbe- und Premium-Account-Gebühren muss Simfy an die Musik-Labels entrichten. Andere Streamingplattformen haben ein ähnliches Finanzierungskonzept (Stand: Jänner 2012).

Streaming oder Download

Bei Streamingplattformen bezieht man die Musik also direkt aus der Cloud (dem Internet) und die Titel werden nicht auf dem Computer gespeichert. In den physischen Besitz eines Musikstücks kann man allerdings nur durch einen klassischen Download gelangen. Die meisten Streamingplattformen bieten die zusätzliche Möglichkeit des Musik-Downloads aber nicht an. Viele wollen ihren Kunden jedoch die Möglichkeit geben, Lieder von ihrem Computer hochzuladen. Dabei entstehen rechtliche Grauzonen. Denn die Speicherung von Daten in der Cloud ist grundsätzlich legal, das Öffentlichmachen von urheberrechtlich geschützten Daten hingegen ist ­illegal. Hinzu kommt, dass das amerikanische Urheberrechtsgesetz nicht dem europäi­schen entspricht und es somit Konflikte geben kann.

Zukunftsaussichten

Wird Streaming den Download verdrängen? Vermutlich nein. Die Endgeräte zum Ab­spielen von Musik besitzen heutzutage einen ­immensen Speicherplatz, wodurch Streaming für die meisten Konsumenten noch uninteressant ist. Jene Musikliebhaber, die an verschiedenen Orten mit verschiedenen Geräten Musik hören möchten, werden Streaming-Flatrate-Dienste vorziehen. Dadurch können sie geräteunabhängig auf das Musikangebot der Plattform zugreifen, bei der sie als User registriert sind.

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