KONSUMENT.AT - Windows 7: Offizieller Support endet - Keine weiteren Sicherheitsupdates

Windows 7: Offizieller Support endet

Risiko steigt

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veröffentlicht: 13.01.2020

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Das Betriebssystem hat auch zehn Jahre nach seinem Marktstart viele zufriedene Nutzer. Doch mit dem Supportende wächst das Risiko nun rapide.

Schätzungen des IT-Sicherheitsunternehmens ESET zufolge läuft noch fast ein Drittel aller Windows-Computer unter der mehr als zehn Jahre alten Version 7 von Microsofts Betriebssystem. Kein Wunder, denn weder das ältere Vista, das einst XP ablösen sollte, noch das jüngere Windows 8 konnten die Nutzer in vergleichbarer Weise überzeugen.

Keine weiteren Sicherheitsupdates

Trotzdem wurde auch Windows 7 nun von der technischen Weiterentwicklung überholt und seitens Microsoft in den wohlverdienten Ruhestand geschickt. Am 14. Jänner 2020 wurden die letzten Sicherheitsupdates ausgeliefert, weitere Unterstützung (Support) können sich für einen begrenzten Zeitraum lediglich Unternehmen erkaufen. Aber welche Optionen haben private Nutzer?

Vorsichtsmaßnahmen beachten

Zunächst einmal muss man vorausschicken, dass Windows 7 nun nicht von einem Tag auf den anderen zu einem unsicheren Betriebssystem geworden ist. Wichtig ist jedenfalls, dass die Firewall aktiviert ist, dass Sie einen Virenschutz installiert haben und dass Sie als Browser nicht mehr den veralteten Internet Explorer verwenden, sondern z.B. Google Chrome oder Mozilla Firefox.

Aktuell halten

Wenn Sie dann noch darauf achten, dass die auf dem Computer installierte Software immer auf dem aktuellen Stand bleibt, und beim Internetsurfen sowie bei E-Mails von unbekannten Absendern vorsichtig sind, müssen Sie keinesfalls sofort handeln.

Von Tag zu Tag risikoreicher

Trotzdem muss man auch gleich dazusagen, dass Sie auf Basis dieses Szenarios nur einen begrenzten Aufschub erreichen können. Sicherheitsupdates dienen dazu, Lücken im System zu schließen, die von Angreifern ausgenutzt werden könnten. Entdeckt werden solche Lücken auch nach zehn und mehr Jahren noch – und das nicht nur von Leuten, die es ehrlich meinen.

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Kommentare

  • Window 10 – schlechte Alternative
    von Mag Zirnig am 20.01.2020 um 20:45
    Erfreulich, dass KONSUMENT nicht in die Panikmache vieler Medien einstimmt. Mit einer aktuellen Browserversion und einem Virenschutzprogramm ist der PC auch mit Window 7 relativ sicher, und umgekehrt darf niemand glauben, mit Windows 10 vor böser Software gefeit zu sein, wenn das Betriebssystem z.B. auf Intel-PCs mit unsicheren Prozessoren läuft ("Meltdown" Hardware-Sicherheitslücke) oder wenn Microsoft im Katz-und-Maus-Spiel mit den Hackern hinterherhinkt.

    Aus Benutzersicht ist Windows 10 gegenüber Windows 7 ein Rückschritt: weniger flexibel und personalisierbar, umständlicher zu bedienen und mit dem Abo-System eine Dauerbaustelle: alle paar Monate wird neben Sicherheitslücken auch die Bedienung und die Programmierung geändert, und das bedeutet ständiges Umlernen und Zittern, welche Anwendungssoftware und welches Peripheriegerät nach einem Update nicht funktioniert und Fehler zeigt, die vorher nicht da waren.

    Wenn man Windows 7 ade sagen will, dann sollte man überlegen, dem Kundengängelungsmodell von Microsoft den Rücken zu kehren und auf das konsumentenfreundliche Linux Mint umzusteigen. Bei minimalen Kosten ist die Bedienung sehr Windows-nahe, und etwaige Kompatibilitätsprobleme sind nicht größer als mit den Dauerversuchsversionen von Windows 10. Da auch die Microsoft-Büroprogramme schlechter geworden sind (Beispiel Word: eine Meldung "Willkommen zurück – sie können dort weitermachen, wo sie aufgehört haben" blockiert 20 Sek. lang das Arbeiten an einem wiederaufgerufenen Dokument), kann man sich, wenn man sich schon umgewöhnen muss, auch an die erwähnten Open-Source-Alternativen gewöhnen, die es kostenlos auch für Linux gibt.
  • Fortsetzung
    von ling am 19.01.2020 um 00:07
    ich weniger Freude haben. Allerdings gibt es auch hier die Alternative der virtuellen Maschine. Windows 10 läuft in einer virtuellen Maschine (unter Linux als Host-System) sehr gut. Mit der heutigen Hardware können auch viele Programme in dieser Umgebung ausgeführt werden. Bei ressourcenintensiven Anwendungen (CAD, etc) sowie Windows-Spielen ist eine solche Konstellation natürlich Unsinn, hier bleibt nur das Original-System als Option.
    Wer allerdings viel im Netz unterwegs ist und sich mit der Oberfläche von Linux sowie den Alternativprogrammen (Thunderbird statt Outlook, bspw Softmaker-Produkte statt Office) auseinandersetzt, wird kaum Abstriche machen müssen.
    Der angenehme Nebeneffekt dieses Systems ist außerdem die Sicherheit von Linux. Viren, Trojaner und ähnlich destruktive Elemente kann man getrost vergessen.
  • Windows 7 - offizieller Support endet
    von ling am 18.01.2020 um 23:58
    Es gibt noch immer die Möglichkeit auf Windows 10 gratis zu wechseln, wenngleich Microsoft dies nicht offiziell zugibt. Der Wechsel zu Windows 8.x ist hingegen mit Kosten verbunden.
    Sollte Windows 7 aus Gründen der Kompatibilität verwendet werden müssen und keine besonders exotische Hardware vorhanden sein, dann empfiehlt sich die Verwendung einer virtuellen Maschine (Virtual Box ist soeben in der neuesten Version 6.1.2 erschienen und hat in dieser Version einen ziemlichen Performanceschub erhalten, auch der Player von VMware ist gratis und für solche Zwecke geeignet).
    Die Beurteilung, ob es jetzt sinnvoller ist auf Windows 10 umzusteigen, weil es permanent mit Updates versorgt wird, oder doch bei Windows 7 zu bleiben, weil hier wenig Telemetriedaten an Microsoft gehen, muss jeder Anwender selbst entscheiden. Es ist natürlich möglich Windows 10 mit diversen Tools in die Schranken zu weisen, doch komplett abstellen wird man die Datenübertragung kaum können, denn dann ist es aus mit Cortana & Co.
    Sicherheit ist wohl der einzige Grund zu Windows 10 zu wechseln, das System an sich weniger bis gar nicht. Die Oberfläche ist vielleicht für Tablet- und Touchscreen-Nutzer interessant, ansonsten sind Kacheln und ähnliche "Goodies" unnötiges Beiwerk. Bedingt durch die Neugestaltung der grafischen Oberfläche sind manche Elemente insbesondere für ältere Menschen schlecht lesbar, auch manche Farbgebung ist nicht sonderlich durchdacht. War es bei Windows 7 noch möglich bestimmte Elemente wirklich individuell anzupassen, gibt es beim neuen System nur mehr quasi Pauschaländerungen über Themes, Hintergrund oder/und Bereichsgruppierungen. Natürlich geht über die Registry und mit diversen Tools einiges besser, doch wer tut sich das schon an was früher mit ein paar Mausklicks zu bewerkstelligen war.
    Der Wechsel in der Oberfläche erinnert mich etwas an den Übergang zwischen Office 2003 und 2007. Hier wurde auch durch die Einführung des Menübandes (Ribbon) ein völlig neues Bedienkonzept "durchgedrückt". Als innovativ angepriesen führte es nicht unbedingt zur Verbesserung, die Anwender (insbesondere in Firmenumgebungen) hatten oftmals jedoch keine andere Wahl als es zähneknirschend zur Kenntnis zu nehmen.
    Beim Betriebssystem ist es nicht anders. Es gibt zwar einige Anwendungen zur Anpassung der Oberfläche in einen "Beinahe-Windows 7-Look", doch auch das ist mit Arbeit verbunden. Open Shell (als Nachfolger von Classic Shell) ist zwar gratis, doch bis man seine gewohnte Oberfläche realisiert hat, können schnell ein paar Stunden vergehen.
    Was mich jedoch am meisten stört ist der Umstand, dass Windows 10 nur mehr als "Service" angeboten wird. Das bedeutet, dass jedes Halbjahr quasi ein komplettes System neu installiert wird, anstelle der bisherigen Updates (in denen durchaus neue Features enthalten sein konnten). So etwas wie Service Packs ist nicht mehr vorgesehen. Das mag für IT-Verwalter durchaus ein Vorteil sein, so wie es in der Vergangenheit abgelaufen ist (manche Systeme waren nach einem Update völlig unbrauchbar), spricht es noch nicht für eine Reife des Systems.
    Da jedoch in den vergangenen Jahren (nicht zuletzt wegen des Gratisangebotes) sehr viele Anwender sowieso auf den Zug aufgesprungen sind, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch die härtesten Windows 7-Anwender resignieren und wechseln. Die Frage bleibt nur offen, ob es unbedingt Windows 10 oder vielleicht doch (schon) Linux sein wird. Letzteres ist mittlerweile so benutzerfreundlich geworden, dass man es als Desktopsystem mit normalen Ansprüchen durchaus verwenden kann und im Idealfall die Konsole nur vom Hörensagen kennt. Wer allerdings auf MS Office (noch dazu in der aktuellen Version) sowie diverse Adobe-Anwendungen angewiesen ist, wird natürl