Autokosten

Geschönte Bilanz

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Konsument 4/2010 veröffentlicht: 17.03.2010

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Ein Bahnticket käme teurer als die Spritkosten? Das Auto ist daher billiger? Bei dieser Milchmädchenrechnung lügt man sich selbst gehörig in die Tasche. Denn in Wahrheit kostet ein eigener Pkw natürlich ein Vielfaches der Ausgaben an der Tankstelle.

Was kostet ein Auto wirklich? Und welche Ausgaben fallen insgesamt an? Laut einer Berechnung des Autofahrerclubs ÖAMTC machen Treibstoffkosten 11 Prozent, Steuer und Versicherung 27 Prozent und Wartungskosten nur 10 Prozent der Ausgaben für den eigenen fahrbaren Untersatz aus. Der bei Weitem größte Brocken in dieser Aufstellung sind Anschaffungskosten und Wertverlust, was gerne „übersehen“ wird.

Kosten unterscheiden

Beim Berechnen der tatsächlichen Kosten unterscheidet man zwischen Fixkosten und variablen Kosten. Zu den Fixkosten zählen Wertverlust, entgangene Kapitalverzinsung (hätte man das Geld für den Autokauf angelegt), motorbezogene Versicherungssteuer, Versicherungsprämie, Kosten fürs Parken (in Form von Kurzparkscheinen oder Parkpickerl) und die Autobahnvignette.

Ausgaben für Wartungen

Variable Kosten sind die Ausgaben für Treibstoff, Service- und Reparaturarbeiten sowie Abnutzung der Reifen. Während sich die Fixkosten ziemlich genau bestimmen lassen, hängen die variablen Kosten sowohl von den gefahrenen Kilometern als auch vom Zustand des Fahrzeugs ab: Je älter es ist, desto mehr und kostspieligere Reparaturen sind zu erwarten.

Die Ausgaben für die regelmäßige Wartung beschränken sich nicht auf Ölwechsel und Zündkerzentausch: Bei Motoren mit Zahnriemen beispielsweise muss dieser nach 60.000 bis 100.000 Kilometern ausgetauscht werden, was Kosten von 500 Euro aufwärts bedeutet.

Neuwagen am teuersten

Am teuersten kommt ein Neuwagen. Abgesehen vom Kaufpreis, der sich, wenn nicht in bar aufgebracht, um die Kredit- oder Leasingkosten erhöht, wird das dafür eingesetzte Geld in Form des Wertverlustes rasant vernichtet (siehe Kasten „Wertverlust und Zeitwert“ ).

Größe, Leistung und Schadstoffemissionen sind ebenfalls wichtige Kostenfaktoren – für die Höhe der Normverbrauchsabgabe (NOVA) und der motorbezogenen Versicherungssteuer. Außerdem verbraucht ein Motor mit viel Hubraum und großer Leistung in der Regel mehr Treibstoff als ein kleiner.

Wir bieten Ihnen eine Berechnungstabelle zum Download, mit der Sie die Gesamtkosten eines Neuwagens pro Jahr, Monat und gefahrenen Kilometer ermitteln können. Eine Ungenauigkeit entsteht – wie in allen Berechnungsmodellen – dadurch, dass tatsächliche Reparaturkosten nicht berücksichtigt werden können.

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Kommentare

  • Geschönte Bilanz?
    von mueckstein am 07.04.2010 um 21:14
    Wie Sie das darstellen stimmt es nicht ganz. Denn wenn ich bereits ein Auto besitze und mich entscheide es stehen zu lassen und mit der Bahn zu fahren, dann kostet mir das stehende Auto trotzdem die Fixkosten (Wertverlust, Versicherung, Garagenplatz etc) und zusätzlich zahle ich das Bahnticket. Ein Autobesitzer dürfte also nur die km-abhängigen Kosten (Treibstoff, Wartung, Reifen)die ihm ZUSÄTZLICH durch diese Reise entstehen mit dem Bahnticket vergleichen. In Ihrem Rechenbeispiel Nr.2 (20.000km/Jahr) betragen diese km-abhängigen Kosten ca. 10 Cent/km während die Bahn 15 Cent/km nimmt bzw. mit Vorteilsticket 7,5 Cent. Dazu kommt noch die Anfahrt zum Bahnhof und vom Zielbahnhof weg zur Zieladresse = zusätzliche Kosten. Von der Kostenseite ist das Auto daher durchaus konkurrenzfähig, abgesehen davon dass man mit dem Auto direkt von Haus zu Haus wesentlich schneller ist. Ganz extrem schlecht schaut es für die Bahn aus, wenn man es mit einer Autofahrt mit zwei oder mehreren Personen vergleicht. Wien - Salzburg kostet selbst mit Vorteilsticket für 2 Personen 47,60 + Anfahrt von/zu Bahnhöfen für 2 Personen = gesamt ca. 55 Euro. Bei 10 Cent/km mit dem Auto ist man bei ca. 32 Euro und wenn man nicht direkt neben dem Bahnhof wohnt hat man zusätzlich gut 1 - 2 Stunden Zeit gespart. Für jemand der bereits ein Auto besitzt wäre es eigentlich rein rechnerisch sogar sinnvoller das Auto mehr zu nutzen um die Fixkosten auf mehr Kilometerleistung aufzuteilen. Das Ganze ist sehr bedauerlich für unsere Umwelt und zeigt, dass Autofahren in Wahrheit viel zu billig ist. Walter Mückstein A 3012 Wolfsgraben mueckstein@gmx.at
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