Kaffeekapseln: Bitterer Abgang

Kommentar von E. Spanlang

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KONSUMENT 11/2015 veröffentlicht: 29.10.2015

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Wunderbar, wie einfach das Leben manchmal ist. Kaffeekapseln kann man gut auf Vorrat kaufen, denn selbst bei längerer Lagerung droht kein Aromaverlust. - Ein "Aufgespießt" von KONSUMENT-Redakteur Elisabeth Spanlang.

Elisabeth Spanlang (Bild: U. Romstorfer/VKI)

E-Mail: Elisabeth Spanlang

Wer gerne wechselt, kann sich bequem mit mehreren Sorten eindecken, schließlich sind die meist 10 bis 16 Kapseln pro Packung schnell verbraucht. Und nichts ist so rasch und problemlos zubereitet wie die Schale Kaffee aus einer Kapselmaschine.

Elende Bedingungen im Regenwald

Also alles paletti? Leider nicht! Bevor zum Beispiel die Nespresso-Kapseln farblich sortiert in die edlen Regale der durchgestylten Geschäfte geschlichtet werden können, holen am anderen Ende der Welt Menschen im tropischen Regenwald unter elenden Bedingungen Bauxit aus dem Boden. Zurück bleiben eine Marslandschaft und riesige Becken gefüllt mit Rotschlamm, falls diese Brühe nicht gleich im nächsten Fluss entsorgt wird. Seit der Umweltkatastrophe in Ungarn vor einigen Jahren, bei der nach einem Dammbruch ein ganzer Landstrich verwüstet wurde, wissen wir, was Rotschlamm anrichten kann.

Jedes Häferl eine Kapsel

Auch wenn nur Nespresso auf Aluminium setzt und alle anderen Verkäufer, wie unser Test zeigt, Kunststoff verwenden: Für jedes Häferl Kaffee fällt eine Kapsel an. Pro Jahr ergibt dieser Müll in Dosenform, wenn man ihn hintereinander legt, allein für Deutschland eine Strecke von 60.000 Kilometern, wie die Zeitschrift öko-test 2013 vorrechnete.

Wenig Recyclingprogramme

Recyclingprogramme gibt es so gut wie keine, und wenn doch, funktionieren sie nicht. Da unklar bleibt, was mit gebrauchten Kaffeekapseln zu tun ist – in die gelbe Tonne werfen, weil Kunststoff?, in der blauen Tonne entsorgen, weil Aluminium? – landet der Großteil im Hausmüll. Von dort geht es weiter in die Verbrennungsanlage oder auf die Deponie.

Preiswerter Kapselkaffee? Leider nein

Herstellung problematisch, Müllentsorgung ungelöst. Ist der Kaffee wenigstens preiswert? Natürlich nicht! Der von uns gemeinsam mit der deutschen Stiftung Warentest untersuchte Kapselkaffee kostet zwischen 34 und 62 Euro das Kilo. Zum Vergleich: Gemahlenen Kaffee in größerer Verpackung gibt es schon um weniger als 5 Euro pro Kilo. Aber für mehr Bequemlichkeit ist offenbar kein Preis zu hoch.

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