KONSUMENT.AT - Sekt - Gärung in der Flasche ...

Sekt

Ein echter Knaller

Seite 2 von 15

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 12/2011 veröffentlicht: 15.11.2011, aktualisiert: 26.01.2012

Inhalt

Gärung in der Flasche

Bei der traditionellen Flaschengärung, auch als „Méthode traditionnelle“ bezeichnet, wird der Grundwein in Flaschen gefüllt und bleibt, wie die Winzer sagen, mindestens neun Monate auf der Hefe liegen. Ist der Gärprozess abgeschlossen, werden die Flaschen mit dem Hals nach unten gestapelt und dann über mehrere Wochen immer wieder gedreht und gerüttelt. Durch diese Bewegung, aber auch durch das gleichzeitige zunehmende Steilerstellen der Flaschen sammelt sich im Flaschenhals allmählich der Hefesatz. Um diese Rückstände zu entfernen, die den Sekt trübe machen, kommen die Flaschenhälse abschließend in ein Kältebad aus Sole – die Hefe friert ein.

Hefereste entfernen

Unmittelbar darauf wird die Flasche geöffnet und der Kohlensäuredruck schleudert den Hefepfropfen heraus (Degorgieren). Bei fünf der von uns eingekauften Sekte wurde laut ­Etikett die traditionelle Flaschengärung ein­gesetzt. Drei dieser Produkte stammen vom österreichischen Marktführer Schlumberger, zu dessen Reich auch die Marken Hochriegl und Goldeck gehören. Mit dem Hinweis auf eine traditionelle Flaschengärung werden aber nur die Sekte von Schlumberger und Goldeck ­verkauft. Die bekannte österreichische Firma Szigeti aus Gols stellt ihr Produkt ebenfalls traditionell in der Flasche her. Auch die Biomarke Rittsteuer setzt auf Flaschengärung.

Transvasierverfahren

Bei Haus Österreich und Engel findet sich auf den Flaschenetiketten nur das Wort ­„Flaschengärung“. Vermutlich wird hier der Sekt, wie bei dieser Herstellungsart üblich, in größeren Flaschen (meist 2 Liter) vergoren, dann in große Behälter umgefüllt und die Hefe herausgefiltert. Anschließend erfolgt die Abfüllung in jene Flaschen, die dann auch verkauft werden. Praktisch für die Hersteller: Bei dieser Flaschengärung im sogenannten Transvasierverfahren entfällt das doch recht aufwendige Degorgieren.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
74 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Zuckergehalt: Irrtum
    von REDAKTION am 07.02.2012 um 10:47

    KONSUMENT hat aufmerksame Leser - danke für den Hinweis. Beim Kasten "Was heißt hier trocken?" wurden irrtümlich die inzwischen veralteten Zuckerwerte angebeben. Wir bitten um Entschuldigung und haben diesen Fehler inzwischen korrigiert.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • zuckergehalt - bezeichnung
    von weinsinne am 31.01.2012 um 09:10
    ich würde meinen die kriterien zum zuckergehalt sind falsch : naturherb, brut nature, unter 3g/l extra herb, extra brut, extra bruto, zwischen 0 – 6g/l herb, brut, bruto, unter 12g/l extra trocken, extra dry, extra seco, zwischen 12 – 17g/l trocken, sec, secco, asciutto, dry, seco, zwischen 17 – 32g/l halbtrocken, demi sec, abboccato, medium dry, semi sec,zwischen 32 – 50g/l laut Bezeichnungsvorschriften der österr. Bundeskellereiinspektion vom August 2011
  • Histamingehalt
    von Gabriella am 07.12.2011 um 11:42
    Ich gebe "multitude" vollkommen recht. Auch wenn der Histamingehalt (wenig bis keiner)nicht unbedingt als Qualitätskriterium gewertet werden kann, sollte er doch bei den Tests gemessen werden und aufscheinen. In weiterer Folge sollte es dann positiv bewertet bzw. erwähnt werden, wenn ein Hersteller den Histamingehalt auf dem Etikett angibt. Das gilt natürlich genauso für Wein. Mir und vielen anderen würde es helfen.
  • Histamingehalt
    von REDAKTION am 30.11.2011 um 12:22

    Bei allen unseren Lebensmittel-Tests spielt die Kennzeichnung der Produkte eine wichtige Rolle. Jeder Konsument muss sich darauf verlassen können, dass das, was auf der Verpackung steht, auch den Tatsachen entspricht. ist. Das war beim Testverlierer Rittsteuer nicht der Fall. Histamin im Sekt ist nur für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe relevant, und zwar für jene, denen das Enzym zum Abbau diese Substanz (teilweise) fehlt. Das Wissen um den Histamingehalt von Lebensmitteln ist für diese Personengruppe natürlich sehr wichtig und auch ein entscheidender Faktor für ihre Lebensqualität. Darüber hinaus ist Histamin aber kein generelles Qualitätskriterium.

    Untersuchungen zum Histamingehalt von Sekt gibt es bereits, z.B. von Prof. Jarisch vom Floridsdorfer Allergieambulatorium in Wien.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Bewertung
    von REDAKTION am 30.11.2011 um 11:53

    Alle Sektproben wurden sowohl von Fachleuten als auch Laien beurteilt. Die Verkostungskommission der Experten umfasste sechs Personen. Die Laienverkostung wurde mit insgesamt 25 Personen durchgeführt.

    Ihr KONSUMENT-Team