KONSUMENT.AT - Sekt - Im Labor analysiert

Sekt

Ein echter Knaller

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KONSUMENT 12/2011 veröffentlicht: 15.11.2011, aktualisiert: 26.01.2012

Inhalt

Egal nach welchem Verfahren ein Sekt pro­duziert wird, die Anforderungen sind immer dieselben:

  • Damit es im Glas schön perlt, ist für Sekt ein Kohlensäureüberdruck von mindestens 3,5 bar vorgeschrieben;
  • der auf der Flasche angegebene Alkohol­gehalt muss stimmen und
  • der Zuckergehalt muss dem am Etikett ausgelobten Geschmack entsprechen.

Im Labor analysiert

Alle eingekauften Proben wurden im Labor analysiert. Und die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Mit zu wenig Kohlensäure kommt nur Rittsteuer daher. Dieses Bioprodukt aus Österreich enthält zudem auch weniger Alkohol als am Etikett angegeben, nämlich nur 11,2 Volumsprozent (Vol-%) statt der deklarierten 12,5 Vol-%. Selbst unter Einrechnung einer Toleranz von 0,8 Vol-% ist diese Abweichung schlicht zu groß. Als einziges Produkt ist es deshalb bei der chemischen Analyse komplett durchgefallen und damit der am schlechtesten bewertete Sekt im Test.

Auch Szigeti hat weniger Alkohol als auf der Flasche vermerkt. Da die Abweichung aber innerhalb der analytischen Toleranz liegt, wurde der Sekt nicht beanstandet. Bei allen anderen Mit­bewerbern gab es dagegen kaum etwas zu meckern. Die Kohlensäure passte ebenso wie der ausgewiesene Alkoholgehalt.

Trockener Sekt: Zuckergehalt variiert

Verlassen kann man sich auch darauf, dass der Sekt so schmeckt, wie auf der Flasche angegeben. Allerdings sind die Bandbreiten recht groß. Ein als trocken eingestufter Sekt darf zwischen 17 und 35 Gramm Zucker pro Liter Sekt ­enthalten. Das sind gute vier bis fast neun Stück Wür­felzucker! Die meiste Süße steckt im White Secco von Schlumberger, der nach eigenen Angaben in der Schweiz ein echter Renner ist. Auch Blanc de Blancs von Henkell und ­Diplomat zählen zur vergleichsweise süßen Abteilung.

Ebenfalls "trocken", aber weit ­weniger süß sind Söhnlein brillant und Henkell Trocken. Der Sektriese aus Deutschland, der bei uns neben Schlumberger den Markt dominiert, hat also auch recht resche Geschmacksrichtungen im Verkaufsprogramm.

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Wertung: 3 von 5 Sternen
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Kommentare

  • Zuckergehalt: Irrtum
    von REDAKTION am 07.02.2012 um 10:47

    KONSUMENT hat aufmerksame Leser - danke für den Hinweis. Beim Kasten "Was heißt hier trocken?" wurden irrtümlich die inzwischen veralteten Zuckerwerte angebeben. Wir bitten um Entschuldigung und haben diesen Fehler inzwischen korrigiert.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • zuckergehalt - bezeichnung
    von weinsinne am 31.01.2012 um 09:10
    ich würde meinen die kriterien zum zuckergehalt sind falsch : naturherb, brut nature, unter 3g/l extra herb, extra brut, extra bruto, zwischen 0 – 6g/l herb, brut, bruto, unter 12g/l extra trocken, extra dry, extra seco, zwischen 12 – 17g/l trocken, sec, secco, asciutto, dry, seco, zwischen 17 – 32g/l halbtrocken, demi sec, abboccato, medium dry, semi sec,zwischen 32 – 50g/l laut Bezeichnungsvorschriften der österr. Bundeskellereiinspektion vom August 2011
  • Histamingehalt
    von Gabriella am 07.12.2011 um 11:42
    Ich gebe "multitude" vollkommen recht. Auch wenn der Histamingehalt (wenig bis keiner)nicht unbedingt als Qualitätskriterium gewertet werden kann, sollte er doch bei den Tests gemessen werden und aufscheinen. In weiterer Folge sollte es dann positiv bewertet bzw. erwähnt werden, wenn ein Hersteller den Histamingehalt auf dem Etikett angibt. Das gilt natürlich genauso für Wein. Mir und vielen anderen würde es helfen.
  • Histamingehalt
    von REDAKTION am 30.11.2011 um 12:22

    Bei allen unseren Lebensmittel-Tests spielt die Kennzeichnung der Produkte eine wichtige Rolle. Jeder Konsument muss sich darauf verlassen können, dass das, was auf der Verpackung steht, auch den Tatsachen entspricht. ist. Das war beim Testverlierer Rittsteuer nicht der Fall. Histamin im Sekt ist nur für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe relevant, und zwar für jene, denen das Enzym zum Abbau diese Substanz (teilweise) fehlt. Das Wissen um den Histamingehalt von Lebensmitteln ist für diese Personengruppe natürlich sehr wichtig und auch ein entscheidender Faktor für ihre Lebensqualität. Darüber hinaus ist Histamin aber kein generelles Qualitätskriterium.

    Untersuchungen zum Histamingehalt von Sekt gibt es bereits, z.B. von Prof. Jarisch vom Floridsdorfer Allergieambulatorium in Wien.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Bewertung
    von REDAKTION am 30.11.2011 um 11:53

    Alle Sektproben wurden sowohl von Fachleuten als auch Laien beurteilt. Die Verkostungskommission der Experten umfasste sechs Personen. Die Laienverkostung wurde mit insgesamt 25 Personen durchgeführt.

    Ihr KONSUMENT-Team