KONSUMENT.AT - Laufschuhe - Biomechanische Funktionen

Laufschuhe

Sicher gelandet

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Konsument 6/2005 veröffentlicht: 20.05.2005

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Biomechanische Funktionen

Was unterscheidet einen guten Laufschuh von einem herkömmlichen Turn- oder Freizeitschuh? Im Wesentlichen müssen folgende biomechanische Funktionen erfüllt werden:

Dämpfen: Laufschuhe müssen den Stoß beim Aufprall dämpfen – die Wucht kann bis zum Dreifachen des Körpergewichtes betragen. Daher müssen entsprechende Dämpfungselemente (Luft- oder Gelkissen) in die Sohle eingearbeitet sein. Zu weich dürfen die Schuhe aber auch nicht sein – das belastet die Achillessehne.

Druck verteilen: Um Druckstellen am Fuß zu vermeiden, muss die Belastung nicht nur generell gedämpft, sondern auch optimal (Ferse – Vorfuß, innen – außen) verteilt werden.

Stützen: Nach dem Aufsetzen des Fußes kippt das Fersenbein nach innen (Pronation), das ist wichtig, weil damit die Stoßbelastung reduziert wird. Bei hoher und andauernder Belastung knickt man allerdings zu stark ein (Überpronation), viele Menschen neigen überhaupt zu einem übermäßigen Kippen. Deshalb benötigt ein Laufschuh eine Pronationskontrolle, das sind Versteifungen an Sohle und Ferseninnenseite. Diese Stützfunktion steht im Widerstreit zur Dämpffunktion, zu viel Stützung reduziert die Dämpfung und umgekehrt. Es hängt daher vom individuellen Laufverhalten ab, wie stark der Schuh stützen soll.

Führen: In der Abrollphase muss der Schuh den Fuß stabil halten. Beim Abstoßen soll der Fuß nicht nach außen wegknicken (Supination). Eine übermäßige Supination überlastet wiederum die Achillessehne.

Alte Schuhe mitnehmen

Bei jedem Laufschuhmodell sind diese Funktionen unterschiedlich stark ausgeprägt. Es ist also nicht unbedingt der Schuh mit der höchsten Dämpfung der beste. Die optimale Konstruktion ist individuell unterschiedlich und hängt vom Körpergewicht ab, vom Lauftyp (neigen Sie zu Pronation oder Supination?) oder davon, wo und wie man laufen will. Ein guter Verkäufer kann das auf einem Laufband mit Videokamera erkennen. Sollte das Sportgeschäft nicht damit ausgestattet sein, empfiehlt es sich, ein altes Paar (Lauf)Schuhe mitzunehmen: Die Abnützung verrät, welcher Lauftyp Sie sind.

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