KONSUMENT.AT - Allgemeines zu Spareinlagen - Bindungsdauer und Renditechancen

Allgemeines zu Spareinlagen

Geldanlage in der Krise

Seite 2 von 9

Nächsten Inhalt anzeigen
veröffentlicht: 19.01.2015, aktualisiert: 07.07.2017

Inhalt

Renditechancen

Mit Spareinlagen konnte man sich noch nie eine goldene Nase verdienen, aber ein solides kleines Vermögen ließ sich mit etwas Ausdauer dank Zinseszinseffekt auf jeden Fall ansammeln. Vor allem in Hochzinszeiten kann man mit fix verzinsten Sparprodukten auf fünf oder mehr Jahre zum Teil besser fahren als z.B. mit wankelmütigen Wertpapieren oder Gold. Mit hohen Zinsen wurden Sparer aber schon seit Jahren nicht mehr verwöhnt, im Gegenteil: Spareinlagen bieten heute generell eine sehr geringe Rendite.

Ein Werterhalt wird unter solchen Bedingungen mit Sparprodukten immer schwieriger bis unmöglich. Wer regelmäßig die Konditionen vergleicht, kann dennoch ein wenig mehr herausholen als beim Griff zum erstbesten Sparbuch der Hausbank. Der Ertrag lässt sich leicht errechnen – sei es durch Eingabe von Betrag, Verzinsung und Laufzeit in einen der Zinsenrechner oder mithilfe der Formel:

[(Kapital x Tage x Zinssatz) : 36.000] – 25 %

Beispiel:
5.000 Euro werden auf zwei Jahre zu 2,00 % veranlagt.
(5.000 € x 720 Tage x 2,00) : 36.000 = 200 € – 25 % = 150 € Zinsen

* Ein Bankmonat besteht aus 30 Tagen, ein Bankjahr aus 360 Tagen

Länger gebundene Spareinlagen

Länger gebundene Spareinlagen, bei denen einmal ein größerer Betrag deponiert wird, bieten üblicherweise mehr Rendite als kurzfristig gebundene oder täglich fällige Spareinlagen sowie Anspar- und Prämiensysteme, wo über Jahre immer wieder ein kleiner Betrag dazugelegt wird. Auch Online-Sparprodukte sind üblicherweise etwas besser verzinst, aber das gilt nicht automatisch für alle Angebote.

Eine gute Übersicht bietet unser regelmäßig aktualisierter Sparzinsen-Überblick in den Tabellen "Täglich fällige Sparprodukte", "Sparcards" und "Gebundene Fixzinsprodukte". Bei Spareinlagen stellt sich immer auch die Frage, wie lange man sich binden soll. Gehen die Zinsen irgendwann wieder deutlich hinauf oder bleiben sie wohl noch eine ganze Weile wie gehabt?

Üblicherweise galt in Niedrigzinszeiten immer die Devise: lieber nur auf ein bis zwei Jahre festlegen. In den vergangenen Jahren hat sich das aber auch nicht als ideal erwiesen: Seit Längerem sind die Zinsen nun wie einbetoniert; und wenn sich etwas bewegte, dann sickerten sie eher noch weiter nach unten.

Wer sich 2010 auf zehn Jahre band, kann sich mittlerweile über Zinsen freuen, die sogar noch um die 4 % lagen. Selbst 2012 waren auf drei Jahre noch 3,6 % erzielbar – und es sieht so aus, als wäre das auf einige Zeit hinaus fast so etwas wie eine "Traumverzinsung". Damit sich Sparprodukte rentieren, müssen somit vier Voraussetzungen erfüllt werden: ein Vergleich der Zinssätze, die passende Laufzeit, keine vorzeitige Behebung und keine Spesen.

Wie lange binden?

Um die Frage "Wie lange binden?" kann man sich auch mithilfe von gestaffelten Kapitalsparbüchern herumwinden. Ein Teil eines Betrags wird längerfristig gebunden, der Rest wandert auf ein kurzfristig gebundenes oder täglich fälliges Spar- oder Termingeldkonto.

Nach einem Jahr kann man je nach den Zinsaussichten einen weiteren Teil langfristig binden oder eine ganz andere Anlageform wählen und so fort. Damit entgeht einem zwar ein Teil des Zinsgewinns, der eventuell höher gewesen wäre, wenn gleich alles auf längere Frist gebunden worden wäre. Andererseits kann man flexibler reagieren, wenn sich an der Zinsfront doch etwas ändern sollte.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
8 Stimmen
Weiterlesen