Anleihen: Rendite und Anleihefonds

Die Kurse fallen wieder

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veröffentlicht: 24.06.2015

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Die Kurse von Anleihen sind jahrelang gestiegen, jetzt fallen sie. Was ist der Grund dafür?

Nach vielen Jahren stark gefallener Renditen und stark gestiegener Kurse bei Anleihen erleben wir seit wenigen Wochen das Gegenteil: Die Renditen bei der Neuanlage in Anleihen steigen wieder, die Kurse jedoch sind am Fallen. Gemessen werden die Kurse hierbei mithilfe des Bund-Futures. Das ist  eine synthetische Bundesanleihe von 10 Jahren (Rest-)Laufzeit und einem Zinssatz (Kupon) von 6 Prozent:

Anleihen (Bild: Finanztreff.de)

Quelle: www.finanztreff.de

Verhältnis Rendite/Kurs

Anleihen (andere Bezeichnungen lauten: Renten, Schuldverschreibungen) werden in Prozent eines Nominalbetrages notiert (z.B. 95 % vom Nominalbetrag von 1.000 Euro machen 950 Euro Kurswert aus). Sie werden aber zu 100 Prozent zum Laufzeitende zurückgezahlt. Dazwischen schwankt der Kurs der Anleihen, z.B. aufgrund von Änderungen der Bonität und der Marktrendite. Schauen wir uns letzteres genauer an, da dieses alle Anleihen mit einem fixen (feststehenden) Zinssatz betrifft. Sie haben z.B. vor 5 Jahren eine Anleihe zum Nominale von 1.000 Euro und einem Festzinssatz von 2 Prozent gekauft. Die 2% machen eine Ausschüttung von jährlich 20 Euro (2% von 1.000 Euro) aus. Da Sie hierfür den Nominalbetrag von 1.000 Euro bezahlt haben, beträgt Ihre Einstandsrendite auch 2 Prozent.

0,5 statt 2 Prozent Rendite

Auf dem Markt hat sich die Rendite aber stark geändert, sie ist von 2 Prozent auf nur noch 0,5 Prozent gefallen. Jede neu herauskommende Anleihe erbringt also nur noch einen Ertrag von 5 Euro je 1.000 Euro Nominale. Sie jedoch erhalten natürlich weiterhin 20 Euro – ein Umstand der sich in Kurssteigerungen Ihrer Anleihe niederschlägt. In der Praxis steigt der Kurs Ihrer Anleihe jetzt so lange, bis die Rendite Ihrer Anleihe der Marktrendite entspricht.

Restlaufzeit und Duration

Zum Laufzeitende wird die Anleihe zu 100 Prozent zurückgezahlt. Die weitere Laufzeit spielt also auch eine wichtige Rolle bei der Betrachtung von Rendite und Kursänderungen. Hier gilt als vereinfachende Faustregel: Anleihen mit einer langen Laufzeit reagieren besonders sensibel auf Änderungen der Marktrendite. Der Vor- oder Nachteil einer höheren bzw. tieferen Verzinsung bleibt im Vergleich zur Marktrendite länger erhalten. Fachleute gehen dann einen Schritt weiter und betrachten nicht die Restlaufzeit der Anleihe, sondern die sogenannte Duration.

Höhe der Ausschüttung

In die Duration fließt neben der Restlaufzeit zusätzlich die Höhe der Ausschüttung ein: je höher die Ausschüttung ist, desto früher wird der ursprüngliche Kapitaleinsatz zurückgezahlt und desto geringer ist das Risiko von Zinssteigerungen. Die Duration ist (etwas) niedriger als die Restlaufzeit und es gilt auch hier: Je höher die Duration, desto empfindlicher reagiert die Anleihe auf Änderungen der Marktrendite.

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