KONSUMENT.AT - Haftpflichtversicherungen - Privathaftpflicht, Tätigkeitsschaden

Haftpflichtversicherungen

Fast für jeden Fall

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Konsument 9/2009 veröffentlicht: 19.08.2009

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Die Privathaftpflicht prüft – wie alle Haftpflichtversicherungen –, ob ihr Versicherter zum Schadenersatz verpflichtet ist, und ­leistet Ersatz für Schäden bis zur Höhe der Versicherungssumme. Unberechtigte Schadenersatzforderungen werden abgewehrt. Versichert sind auch die Kosten für Rechtsstreitigkeiten.

Die Versicherungssumme sollte mindes­tens 750.000 Euro betragen, besser aber ­eine Million oder mehr. In älteren Verträgen sind oft noch niedrigere Beträge vereinbart. Hier sollte man unbedingt eine Anpassung vornehmen. In Deutschland (wo die Haftpflichtversicherung allerdings im Normalfall separat abgeschlossen wird) liegt die empfohlene Mindestdeckung bei 3 Millionen Euro. Auch Verträge mit 10 oder 15 Millionen Euro sind nicht ungewöhnlich.

Versichert ist die ganze Familie

Versichert sind nicht nur Versicherungsnehmer oder Versicherungsnehmerin, sondern auch der Partner und die im gemeinsamen Haushalt lebenden minderjährigen Kinder. Erwachsene Sprösslinge bleiben bei den meisten Versicherern länger mitversichert, wenn sie im gleichen Haushalt leben und über kein eigenes Einkommen verfügen. Die Regelungen unterscheiden sich hier aber je nach Versicherungsinstitut. So kann es vorkommen, dass Kinder mit dem Erreichen der Volljährigkeit oder einer bestimmten Altersgrenze aus der Mitversicherung herausfallen. Hier sollte man mit seinem Versicherer Rücksprache halten und erwachsene Kinder entweder mit einer Zusatzprämie in die Familien-Haftpflicht mit hineinnehmen lassen oder für sie eine eigene Haftpflichtversicherung abschließen.

Außerdem sind Personen mitversichert, die für den Ver­sicherungsnehmer häusliche Arbeiten mit einem Arbeitsvertrag oder aus Gefälligkeit verrichten. Ein Arbeitsunfall ist jedoch nicht durch die Privathaftpflicht abgedeckt! Nicht versichert sind auch Schäden, die ­nahen Angehörigen zugefügt werden, die über dieselbe Polizze versichert sind. Schäden unter Verwandten, die nicht im selben Haushalt leben, sind nur dann versichert, wenn „kein Verwandtenausschluss“ vereinbart wurde. Solche Schadensfälle können bei neueren Verträgen gegen eine Mehrprämie abgesichert werden.

Ausschluss Tätigkeitsschaden

Ein Spezialfall ist der sogenannte Tätigkeitsschaden. Klassisches Beispiel: die ­Digitalkamera, die Ihnen ein Freund in die Hand drückt, damit Sie ihn knipsen, und die Ihnen dabei aus der Hand fällt. Gemeint ist also, dass man einen Gegenstand, der einem nicht gehört, bewusst verwendet und dabei versehentlich beschädigt. Der­artige Tätigkeitsschäden sind nicht automatisch mitversichert, können aber gegen eine höhere Prämie abgesichert werden. In manchen neueren Polizzen sind sie oft schon inkludiert. Und gehen Gegenstände nur verloren, leistet die Haftpflichtver­sicherung ebenfalls keinen Ersatz.

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