Ladendiebstahl

Kosmetika und Alkohol

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KONSUMENT 3/2016 veröffentlicht: 25.02.2016

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Massiver Schaden für den österreichischen Handel

Genaue Zahlen gibt es nicht, dafür aber Schätzungen. Und die besagen, dass der österreichische Handel durch Betrug oder Diebstahl jährlich zwischen 500 und 800 Millionen Euro verliert. Vor allem in Ostösterreich klagen viele Händler seit der Öffnung der Grenzen über eine massiv gestiegene Zahl von Überfällen.

Am meisten gestohlen wird in der Winterzeit, weil sich bei tiefen Temperaturen unter den dicken Kleidungsstücken mehr verstecken lässt als unter einem luftigen T-Shirt. Um die Beute unauffällig aus dem Geschäft zu transportieren, sind auch eigens präparierte Hand- und Einkaufstaschen oder auch Kinderwägen beliebt. Der Großteil der Ladendiebe schlägt zu, wenn vor Ort reges Treiben herrscht und das Personal entsprechend beschäftigt ist.

Kunden sind die schlimmsten Langfinger

Die schlimmsten Langfinger sind die Kunden. Mit einem Anteil von 60 Prozent klauen sie am meisten. Aber auch 16 Prozent der Mitarbeiter lassen immer wieder etwas mitgehen. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Diebe stehen Kosmetika und teure Alkoholika. Und das keineswegs nur für den „Eigenbedarf“. Für diese und andere gestohlene Ware gibt es einen gut funktionierenden bzw. organisierten Schwarzmarkt. Der findet sich übrigens nicht, wie häufig vermutet, in den Ländern des ehemaligen Ostblocks, sondern hierzulande mitten in den stark frequentierten urbanen Zentren.

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Kommentare

  • Sackweise Diebsgut
    von 0809brigitte am 10.03.2016 um 14:55
    Die Meisten verstehen unter einem Ladendiebstahl das einmalige Einstecken eines Einzelgegenstandes. Dass dieser organisierte Ladendiebstahl aber katastrophale Ausmaße angenommen hat, sodass die Täter häufig mit vollen Einkäufstaschen/Säcken die Ware seelenruhig an den Kassen vorbeischleppen, weiß kaum jemand! Der Schaden solcher oft tagelangen Diebestouren kann rasend schnell in die Hunderte, Tausende Euro gehen. Aus diesem Grund verstehe ich z.B. nicht, wie DM auf die leichtsinnige Idee kam, die früher durch versperrte Glasschiebetüren gesicherten Parfums nun ungeschützt in den Regalen zu präsentieren. Das erforderte doch zusätzliche Umbauten! In anderen Geschäften werden Einkaufswägen mit Alkohol, Kaffee, Nüssen und Schokolade vollgerammelt und wieder durch den Eingang hinausgeschoben - warum werden die sichtverdeckenden Aufbauten beim Eingang denn nicht wieder entfernt, damit Kassenkräfte wenigstens die CHANCE haben, es mitzubekommen? Doch selbst wenn - die Hemmschwelle, einen ertappten Dieb anzusprechen und anzuhalten ist enorm, und kaum ein Angestellter traut sich das.
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