Lebensversicherungen: Garantiezins

Kein Grund zur Panik

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KONSUMENT 12/2015 veröffentlicht: 26.11.2015

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„1,5 % Garantiezins p.a. – nur noch bis 15. Dezember.“ So oder ähnlich werben Versicherungsunternehmen derzeit, um noch in großem Stil klassische Lebensversicherungen zu verkaufen.

Das Argument: Die FMA (Finanzmarktaufsicht) hat den höchstzulässigen Mindestgarantiezinssatz auf 1 % gesenkt. Aus unserer Sicht allerdings kein Argument, um jetzt vorschnell eine lang laufende, teure und intransparente Lebensversicherung abzuschließen. Ob der Garantiezins bei 1,5 % oder bei 1 % liegt, ist bei einer derart hohen Kostenbelastung nicht ausschlaggebend.

Erträge und Gewinnbeteiligung werden nicht steigen

Als Faustregel gilt, dass die Kosten für den Abschluss sowie für Verwaltung und Versicherungssteuer etwa 1,5 % an Ertrag auffressen. Garantiert ist also nur eines: dass die Versicherungssumme und somit die garantierte Ablaufleistung geringer ist als die Summe aller Einzahlungen. Auch die über den Garantiezins hinausgehenden Erträge, Gewinnbeteiligung genannt, werden in den nächsten Jahren nicht in den Himmel wachsen – kein Wunder, wenn man weiß, dass im Schnitt nur 85 % der Einzahlungen auch tatsächlich veranlagt werden, während der Rest für Kosten und Steuer draufgeht.

Niedrigzinsphase bleibt noch einige Jahre

Die Niedrigzinsphase wird uns laut Experten noch einige Jahre erhalten bleiben, was noch geringere Erträge als bisher erwarten lässt. Dazu kommen Neuregelungen etwa bei den Reserven, was zur Folge haben wird, dass sich die Kunden die ohnehin schon geringen Erträge zum Teil selbst bezahlen.

Fazit: Mit jedem noch so mickrig verzinsten Sparbuch lässt sich mehr „Ertrag“ erzielen.

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Bild: VKI