Überziehungszinsen

Ein starkes Stück

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KONSUMENT 4/2013 veröffentlicht: 20.03.2013

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Die Zinsen für das Überziehen des Kontos liegen enorm hoch: Sie betragen bis zu 13,75 Prozent. Unser Zins-Vergleich zeigt: Ein Bankwechsel kann sich lohnen.

Lesen Sie auch unseren Kommentar: Kontoüberziehung - keine Robin Hoods 4/2013

Bei den Privatkrediten sind die Zinsen schon vor geraumer Zeit ordentlich gesunken. Wer heute ein Darlehen fürs Auto oder die ­Wohnungseinrichtung braucht, ist ab zirka 5 Prozent dabei.

Überziehungszinsen im zweistelligen Bereich

Bei den Girokonten hin­gegen liegen die Zinssätze fürs Überziehen oft im zweistelligen Bereich, während für das Guthaben auf dem Konto meist nicht einmal ein Viertelprozent bezahlt wird. Eine Diskrepanz, die viele Kontonehmer empört, selbst dann, wenn sie ihr Konto nie überziehen. "Wie kann es sein, dass die Überziehungszinsen so hoch bleiben? Ist das überhaupt rechtens?", lauten immer häufiger die Anfragen von Betroffenen. Der Oberste Gerichtshof hält in einem Urteil – allerdings nicht gegen eine Bank – rund 12 Prozent Verzugszinsen in der heutigen Zinsenlandschaft für gröblich benachteiligend.

Geringe Guthabenzinsen

Die Überziehungszinsen für Gehaltskonten sind oft fix. Sie verharrten daher trotz sin­kender Marktzinsen auf dem hohen Niveau der Zeit vor der Krise. Die Guthabenzinsen wiederum waren für Kontoinhaber noch nie profitabel. Die Banken haben verständ­licherweise wenig Interesse daran, dieses System zu ändern. So kommt es, dass es bei mehr als der Hälfte der Kontomodelle, die wir uns jetzt angesehen haben, nach wie vor fixe Sollzinsen gibt.

Schlecht in Niedrigzinsphase

In Hochzinsphasen ist das auch für die ­Kunden ein gewisser Vorteil, weil dann der Überziehungszinssatz nicht in lichte Höhen schießt. In der derzeit andauernden Niedrigzinsphase fährt man damit aber schlecht, da die Sollzinsen des eigenen Kontos dann ­immer noch weit über dem liegen, was ak­tuell auf dem Kapitalmarkt für einen Kredit verlangt wird.

Deftiger Zins-Aufschlag

Zum Vergleich: Auf dem ­Interbankenmarkt steht der kurzfristige ­Euribor-Zinssatz (1-Woche-Euribor) bei 0,083 Prozent, und auch der gerne im Kreditgeschäft verwendete 3-Monats-Euribor ist mit 0,22 Prozent eine richtige Okkasion in Relation zu den beinahe zweistelligen Zinssätzen, die den Kunden oft verrechnet ­werden. Die genannten Geldmarktzinsen sind natürlich für den Handel der Banken untereinander ausgelegt und nicht 1 : 1 für Privatkunden zu haben. Aber selbst mit einem deftigen Aufschlag gerechnet sind sie ein mehr als deutlicher Hinweis darauf, dass es viel günstiger gehen könnte.

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Kommentare

  • Bankenwechsel!
    von vienne am 09.05.2013 um 10:58
    Bin gerade dabei nach rund 30 Jahren, von der BAWAG zu einer Internetbank zu wechseln, bin neugierig wie lange es dauert. Die Konto-Spesen und die Überziehungszinsen sind bei der BAWAG unverschämt, 13,75% !!! Die Habenzinsen gibt es fast nicht. Ein Gespräch mit dem Betreuer brachte nichts, Interventionen in der Direktion sinnlos. Finde es ausserdem dumm, dass man auch um eine neue VISA-Karte ansuchen muss und diese nicht bis zum Verfall weiterbenützen kann. Ist doch nur eine Kontoänderung bei VISA nötig! Ich hoffe, dass mehr Kunden bei diesen Abzockerbanken aufwachen und wechseln. Vielleicht bringt die EU in diesen Bankendschungel mehr Klarheit und wirklich leichtere Wechselmöglichkeiten, denn die ganzen Abbuchungen, Einziehungsaufträge usw wieder richtig hinzubekommen ist auch noch ein schönes Stück Arbeit. trotzdem, ich bin froh desen Schritt getan zu haben und diese Finanzhaie in den USA nicht noch länger füttern muss!
  • Und bei der Hypo Tirol
    von eiger am 14.04.2013 um 09:03
    darf ich mit über 12% diese marode Bank mitfinanzieren (natürlich Überziehungszins gemeint).
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