VW: VKI klagt

Verschlechterungen nach Software-Update

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KONSUMENT 8/2018 veröffentlicht: 16.07.2018, aktualisiert: 26.07.2018

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Das Software-Update von VW brachte vielen Betroffenen eine Verschlechterung; so das Ergebnis einer Umfrage vom letzten Herbst. Wir haben nun geklagt.

Im Zuge des Dieselskandals hat VW bei betroffenen Fahrzeugen ein Software-Update vorgenommen, um die EU-Abgasnormen einzuhalten. Der Konzern beteuerte, dass den betroffenen Kunden durch die kostenlose Umrüstung keine Nachteile entstehen.

Eine VKI-Umfrage vom Herbst 2017 kommt allerdings zu einem anderen Ergebnis (siehe unten). Rund 43 Prozent der Befragten stellten nach der Umrüstung negative Veränderungen an ihrem Fahrzeug fest. Wir vom VKI haben deshalb im Auftrag des Sozialministeriums VW geklagt.

Unzulässige Motorsteuerungssoftware

Mitte September 2015 hat Volkswagen (VW) eingestanden bei Dieselmotoren der Marken VW, Audi, SEAT und Skoda (Konstruktionsserie EA189) Abgastests mit einer unzulässigen Motorsteuerungssoftware manipuliert zu haben. Die Software manipulierte das Emissionsverhalten derart, dass der Euro-5-Norm-Grenzwert für Stickoxide im Testbetrieb erreicht wurde.

Anlässlich der durchzuführenden Umrüstung (Software-Update) versprach VW, dass mit der Umsetzung der technischen Maßnahme keine Verschlechterungen bei Kraftstoffverbrauch, CO2 Emissionen, Motorleistung und Drehmoment, Geräuschen verbunden seien.

Klage auf Unterlassung

Wir vom VKI brachten vor kurzem eine Klage auf Unterlassung derartiger Behauptungen ein. Sowohl Rückmeldungen von betroffenen Verbrauchern als auch ein Gutachten lassen nachteilige Folgen als realistisch erscheinen. Bereits im Herbst 2017 hatten wir eine Umfrage unter Aktions-Teilnehmern durchgeführt, die sich von VW wegen der Betrugssoftware geschädigt fühlten. Von 9000 Fahrzeughaltern, die das Update durchführen ließen, berichteten rund 3600 Teilnehmer über negative Veränderungen, die sie nach der Umrüstung an ihrem Fahrzeug feststellten. Im Detail beschwerten sich die Betroffenen über

  • erhöhten Kraftstoffverbrauch, 
  • Leistungseinbrüche im unteren oder oberen Drehzahlbereich
  • ein Ruckeln beziehungsweise Nageln des Motors  und
  • Probleme beim Beschleunigen. 

Ähnliche Ergebnisse ergeben sich auch aus vergleichbaren Umfragen in Belgien, Italien, Portugal und Spanien.

"Irreführende Beteuerungen"

Die von Betroffenen beschriebenen Probleme sind auch aus technischer Sicht nachvollziehbar. Vereinfacht dargestellt, kommt es nach dem Update unter anderem zu erhöhter Rußbildung. Das zieht Probleme mit dem Abgasrückführungssystem und das schnelle Verrußen des Partikelfilters nach sich. Das wieder bedingt ein häufiger erforderliches Regenerieren, was wiederum zu höherem Kraftstoffverbrauch führt. Dies macht sich vor allem im innerstädtischen Bereich bemerkbar.

"Die Beteuerungen von VW in diesem Zusammenhang sind irreführend. Tatsächlich sind Verschlechterungen nach dem Update realistisch, was sich letztlich auch auf den Wert der Fahrzeuge auswirken muss", so Thomas Hirmke, Leiter des Bereichs Recht im VKI

Sammelklagen in Vorbereitung

Davon unabhängig laufen auch die Vorbereitungen für die Sammelklagen gegen VW auf Hochtouren. An unserer Sammelklagen-Aktion haben sich rund 10.000 geschädigte Konsumentinnen und Konsumenten angeschlossen. Diese Klagen werden bis spätestens September 2018 eingebracht.

Lesen Sie auch: VW-Abgasskandal: Probleme nach Software-Update 11/2017

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Kommentare

  • Software-Update
    von chris1976 am 20.07.2018 um 18:03
    Wenn ein einfaches Software-Update alle Probleme lösen könnte, hätte VW keine Betrugssoftware einsetzen müssen.
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