VW-Abgasskandal: Probleme nach Software-Update

VKI-Umfrage: mehr Verbrauch, Leistungseinbrüche

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veröffentlicht: 08.11.2017

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Der Volkswagen-Konzern beteuerte bisher, dass Kunden, die von einer kostenlosen Umrüstung (Software-Update) betroffen sind, keine Nachteile entstehen würden. Unsere Umfrage kommt allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis. 

Rund 43 Prozent der befragten Konsumenten stellten nach der Umrüstung negative Veränderungen an ihrem Fahrzeug fest. Die häufigsten davon waren

  • ein erhöhter Kraftstoffverbrauch
  • Leistungseinbrüche im oberen und unteren Drehzahlbereich und
  • ein deutlich spürbares “Ruckeln” des Motors.

VW versprach: keine Nachteile

Mitte September 2015 hatte Volkswagen (VW) eingestanden, bei Dieselmotoren der Marken VW, Audi, SEAT und Skoda mit Hilfe einer unzulässigen Motorsteuerungssoftware den Stickstoffausstoß bei Abgastests manipuliert zu haben. VW versprach eine kostenlose Umrüstung der Fahrzeuge, ohne Nachteile für die Diesel-Kunden.

Umfrage unter Geschädigten

Der VKI erhielt jedoch Beschwerden über Folgeprobleme nach dem Update. Wir haben daher eine Umfrage unter den mittlerweile 27.000 VKI-Teilnehmern gestartet, die sich von VW aufgrund der Betrugssoftware geschädigt fühlen.

Nun liegen die Ergebnisse vor. Teilgenommen haben rund 10.800 Konsumenten. 3600 von 9000 Fahrzeughaltern, die das Update bereits durchführen ließen, berichteten über negative Veränderungen nach der Umrüstung:

  • 1800 Personen meldeten einen erhöhten Kraftstoffverbrauch
  • 1400 Teilnehmer berichteten Leistungseinbrüche im unteren oder oberen Drehzahlbereich.
  • 1400 Konsumenten meinten, dass der Motor ruckeln/nageln würde.
  • 1000 VW-Kunden fielen Probleme beim Beschleunigen auf.
  • 650 Geschädigte gaben Probleme mit dem Abgasrückführungssystem an.
  • 500 Teilnehmer meldeten eine schnellere Verrußung des Partikelfilters.
  • Einige hundert Befragte berichteten auch von einer erhöhten Geruchsbildung oder einem massiven Gebläse.

Probleme nachvollziehbar

Aus technischer Sicht sind Probleme mit dem Abgasrückführungssystem sowie das schnellere Verrußen des Partikelfilters durchaus erklärbar, wenn es nach dem Update zu erhöhter Rußbildung kommt. Ein damit verbunden häufiger erforderliches Regenerieren führt wiederum zu höherem Kraftstoffverbrauch. Diese Auswirkungen werden bei einem genormten Prüfstandslauf jedoch nicht getestet.

VKI prüft Ansprüche

Aus den in der Umfrage des VKI dokumentierten technischen Folgewirkungen kann sich ein Minderwert der betroffenen Fahrzeuge ergeben.

"Die Beteuerungen von VW in diesem Zusammenhang sind irreführend, der VKI wird diesen Hinweisen auf Nachteile nachgehen und Ansprüche in diesem Zusammenhang intensiv prüfen", so Mag. Thomas Hirmke, Leiter Bereich Recht im VKI.

VW spielt mit verdeckten Karten

Leider hat VW die Wirkungsweise der Software immer noch nicht offengelegt. Dies erschwert Experten die technische Einschätzung der Folgen des Updates.

Wenn Volkswagen mit offenen Karten spielen würde, könnten auch die anderen berichteten Veränderungen (Ruckeln/Nageln, Leistungseinbrüche, Probleme beim Beschleunigen etc.) besser eingeordnet werden.

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