Wüstenrot: Krebsvorsorge

Mit Wenn und Aber

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KONSUMENT 1/2016 veröffentlicht: 23.12.2015

Inhalt

Wüstenrot hat ein neues Vorsorgeprodukt auf den Markt gebracht, welches das wirtschaftliche Risiko bei Krebs abfangen soll.

Mit dieser "in Österreich einzigartigen Vorsorge" könne man seine laufenden Kosten zumindest teilweise decken, einen Verdienstentgang abfedern oder zusätzlich anfallende Kosten für Kinderbetreuung oder eine Haushaltshilfe leichter bezahlen. Versicherungen, die bei Eintritt einer schweren Krankheit leisten, sind nicht neu; neu ist die Einschränkung auf Krebs. Die Versicherungsleistung kann 25.000 oder 50.000 € ausmachen.

Versicherungsschutz nach 6 Monaten

Versicherungsschutz ist erst gegeben, wenn erstmalige Symptome der Krankheit nach Ablauf von 6 Monaten ab Versicherungsbeginn auftreten. Nicht jede Krebserkrankung fällt unter den Versicherungsschutz. Nicht gedeckt sind Hautkrebs, Melanome und Prostatakrebs unter einem bestimmten Tumorstadium sowie Mikrokarzinome der Schilddrüse und der Blase. Versichert werden können nur Personen bis 65 Jahre. Dabei sind weit über 50 % der Neuerkrankten älter als 65 Jahre. Kinder sind automatisch mitversichert, allerdings nur mit einem Drittel der Versicherungssumme und mit gewissen Einschränkungen.

Relativ hohe Prämie

Eine 40-jährige Nichtraucherin würde für die Variante 50.000 € pro Monat 28,62 € zahlen. Bliebe sie bis zum 65. Geburtstag krebsfrei, hätte sie 8.586 € eingezahlt. Wir meinen: ein bisschen viel Geld für eine Versicherung mit vielen Einschränkungen. 20 € pro Versicherungsabschluss gehen zwar als Spende an die Krebshilfe. Aber der weitaus größere Teil der Spende geht wohl an Wüstenrot.

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Kommentare

  • Ergänzungen
    von Globalfinanz am 25.12.2015 um 12:41
    Als sehr vorsichtiger Berater habe ich mich bei einem Radioonkologen über die medizinischen Details der Versicherung erkundigt. Er meinte, die Versicherung zahlt bei prinzipell bei schweren Krebserkrankungen .Dies scheint mir auch von der Versicherungsgestaltung her(Gehaltsausfall, Behandlungskosten) logisch. Als Alternative zahlt es sich meines Erachtens aus über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachzudenken.
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