KONSUMENT.AT - Zinserträge selbst versteuern - Information ans österreichische Finanzamt

Zinserträge selbst versteuern

Steuerliche Aspekte?

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KONSUMENT 5/2019 veröffentlicht: 25.04.2019

Inhalt

"Ich habe ein Sparkonto bei einer Direktbank, die ihren Sitz nicht in Österreich hat. Was muss ich steuerlich beachten?" - In den "Tipps nonstop" stellen Leser Fragen und unsere Experten geben Antwort – hier Kevin Zimmermann BSc.

Kevin Zimmermann BSc, Bild: VKI
Kevin
Zimmermann BSc

Sparzinsen in Österreich nachversteuern

Bei (Direkt-)Banken, die ihren Sitz nicht in Österreich haben, fallen Zinserträge nicht in Österreich an, sondern in jenem Land, in dem die Bank ansässig ist. Für Steuerausländer (Wohnsitz nicht in diesem Land) werden dort in der Regel keine Kapitalertragsteuern abgezogen. Österreicher müssen allerdings ihre Sparzinsen in Österreich nachversteuern. Das gilt im Übrigen für alle Personen, die mindestens die Hälfte des Jahres ihren dauerhaften Wohnsitz in Österreich haben – unabhängig von der Staatsbürgerschaft.

In der Steuererklärung angeben

Damit niemand vergisst, Steuern zu zahlen, schickt die Bank (wie jede in Europa) nicht nur eine Bescheinigung der Zinserträge an den Kunden, sondern auch eine Kontrollmitteilung (über das Finanzamt des Niederlassungsstaates) an das österreichische Finanzamt. Nicht zuletzt aufgrund dieser gestiegenen Steuertransparenz ist es in jedem Fall ratsam, die Zinserträge bereits von Beginn an in die jährliche Steuererklärung aufzunehmen.

Das geht leider nicht ohne Aufwand – und Formulare: Wer bisher noch keine Steuererklärung abgegeben hat, muss es jetzt ab einer Freigrenze von 22 € machen (was wir aber generell empfehlen, da es fast immer Geld beim Finanzamt zu holen gibt). Wer bisher eine Arbeitnehmerveranlagung mit dem Formular L1 abgegeben hat, muss jetzt andere Formulare verwenden. Ausländische Kapitalerträge und damit auch Zinsen werden im Formular E1kv (Beilage zur Einkommensteuererklärung E1 für Einkünfte aus Kapitalvermögen) erfasst. Und damit müssen natürlich die unselbstständigen Einkünfte von da an statt im Formular L1 im Formular E1 eingetragen werden.

Lohnt der Aufwand?

Die Frage, ob der Aufwand lohnt – insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Zinsvorteil im Vergleich zu guten Angeboten in Österreich oftmals recht gering ist –, kann nur von jedem individuell beantwortet werden.

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Kommentare

  • AW: Besteuerung von P2P Krediten aus dem Ausland
    von REDAKTION am 18.10.2019 um 12:41
    Leider dürfen und können wir keine detaillierten steuerlichen Auskünfte geben. Die Steuerabkommen zwischen den einzelnen Ländern sind doch zu spezifisch. Das Doppelbesteuerungsabkommen von Lettland
    (Link: https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2007_III_76/COO_2026_100_2_352238.html) hat für Zinsen (Artikel 11) hier eine Regelung, die evtl. eine günstige Regelung für private Zinseinkünfte definiert. Dies sollten Sie jedoch auf alle Fälle durch einen Steuerberater prüfen lassen.

    Ihr KONSUMENT-Team
  • Besteuerung von P2P Krediten aus dem Ausland
    von ElmarM am 17.10.2019 um 14:31
    Hallo,

    ich interessiere mich für die P2P-Plattform viainvest in Lettland.

    Deshalb habe ich folgende Fragen:
    1) muss ich von meinem Wohnsitzfinanzamt eine Ansässigkeitsbestätigung einholen und diese an den Plattform-Betreiber schicken, damit dort keine Steuer auf meine Zinserträge erhoben wird?

    2) Die Zinserträge werden dann vom Plattform-Betreiber auf mein inländisches Konto überwiesen-->habe ich dann sowohl meine Zinserträge im Formular E1kv (Pos 857 ?) einzutragen & dafür EKSt zu zahlen, als auch KESt (weil der Betrag dann auf meinem Konto liegt)?

    3) muss ich sonst noch etwas steuerlich berücksichtigen?

    DANKE für die Rückmeldung!