KONSUMENT.AT - Arthrose - PEMF: wenige Studien, widersprüchliche Ergebnisse

Arthrose

Wirksamkeit von pulsierenden Magnetfeldern?

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KONSUMENT 3/2020 veröffentlicht: 27.02.2020

Inhalt

Kann die Behandlung mit pulsierenden Magnetfeldern (PEMF) die Schmerzen bei Arthrose lindern und die Beweglichkeit und Lebensqualität verbessern?

Beweislage: unzureichend. Studien gibt es wenige, die Arbeiten wurden teilweise mangelhaft ausgeführt und sind daher wenig aussagekräftig. Die Ergebnisse sind zudem widersprüchlich. KONSUMENT Faktencheck-Medizin: Beweislage unzureichend

 

Viele Menschen mit Arthrose (Gelenkverschleiß) leiden große Schmerzen und suchen abseits der konventionellen medizinischen Behandlungen nach alternativen Therapiemöglichkeiten, die für den Körper weniger belastend sind. Zu solchen Behandlungen gehört beispielsweise die pulsierende Magnetfeld-Therapie, kurz PEMF. Sie soll Schäden an Knorpeln und Knochen entgegenwirken.

Pulsierende Magnetfeld-Therapie (PEMF)

Unter der Bezeichnung PEMF werden viele verschiedene Behandlungsformen zusammengefasst. Dabei ist nicht immer ganz klar, inwiefern sich die einzelnen Angebote voneinander unterscheiden. Ein wesentliches Bauteil von PEMF-Geräten ist eine Magnetspule, die ein schwaches pulsierendes Magnetfeld erzeugt. Größere Geräte kommen etwa in Arztpraxen zum Einsatz. Patientinnen und Patienten legen sich entweder ganz hinein oder es wird nur der betroffene Körperteil behandelt. Im Internet sind auch PEMF-Geräte zum Auflegen oder Umschnallen für die Behandlung zu Hause erhältlich. Auch Matten mit eingenähten Magnetspulen werden verkauft.

Beweislage zur Wirksamkeit?

Doch wie ist die Beweislage zur Wirksamkeit von PEMF? In Versuchen mit Zellen konnten Magnetfelder, wie sie in PEMF-Geräten erzeugt werden, Knorpelzellen anregen, mehr Proteoglykane zu produzieren. Proteoglykane sind ein wichtiger Bestandteil der Gelenkknorpel. Ebenfalls unter Laborbedingungen ließen sich durch Magnetfelder Knorpelzellen zur Vermehrung anregen.

Derartige Resultate klingen vielversprechend, da der Rückgang von Gelenksubstanz und die Abnutzung von Knorpelgewebe das wesentliche Problem bei Arthrose darstellt. Eine Wirksamkeit von PEMF bei Gelenkverschleiß erscheint deshalb – zumindest theoretisch – plausibel. Ob PEMF aber tatsächlich einen Nutzen bringt, etwa spürbar die Schmerzen reduziert, können weder Tier- noch Zellstudien zeigen. Dafür braucht es aussagekräftige Studien mit Arthrose-Patienten.

Zu widersprüchliche Ergebnisse

Bei der Recherche fanden unsere Kooperationspartner von medizin-transparent.at eine Übersichtsarbeit, in der sechs Einzelstudien zusammengefasst sind. Durch die Resultate lässt sich aber nicht belegen, dass die pulsierende Magnetfeldtherapie einen deutlichen Nutzen für die Betroffenen bringt. Was Beweglichkeit und Lebensqualität anbelangt, lassen sich gar keine Schlüsse daraus ziehen.

Auch die Frage, ob die Therapie eine Schmerzlinderung bringt, lässt sich nicht beantworten. Die Ergebnisse sind zu widersprüchlich. Zudem weisen die Studien Mängel auf. Problematisch ist, dass sich auch keine verlässlichen Aussagen zu möglichen unerwünschten Wirkungen und damit zur Sicherheit einer PEMF treffen lassen.

Lesen Sie mehr unter Medizin-transparent: Helfen Magnetfelder gegen Arthrose?

Stimmt das, was die berichten?

Beinahe täglich berichten Medien von Behandlungsmethoden, diagnostischen Tests und Studien. Wie aber steht es mit den Fakten hinter diesen Meldungen? Können wir glauben, was wir lesen? In unserer Rubrik "Fakten-Check Medizin " finden Sie Informationen, ob es für Medienberichte zu medizinischen Themen echte wissenschaftliche Beweise gibt. "Faktencheck Medizin" ist eine Kooperation von KONSUMENT mit Cochrane-Österreich. Cochrane-Österreich ist werbefrei, unabhängig und wird durch die Bundesgesundheits-Agentur gefördert.

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