Herpotherm gegen Fieberblasen

Aufheizen statt schmieren

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Konsument 5/2006 veröffentlicht: 24.04.2006

Inhalt

Ein Hitzeimpuls kann Herpesviren unschädlich machen.

Herpesvirus ist wärmeempfindlich

Wärme gegen Insektenstiche – mit diesem Patentrezept machte bite away, ein batteriebetriebenes Gerät, das Wärme erzeugt, im vergangenen Jahr auf sich aufmerksam (siehe dazu: Weitere Artikel - " bite away Insektenstichheiler 8/2005 "). Mit einem ähnlichen Gerät will der deutsche Hersteller BSM nun der Lippenherpes zu Leibe rücken. Grundsätzlich kann die Sache funktionieren, denn auch das Herpesvirus ist gegen eine Erwärmung (auf rund 50 Grad C) empfindlich. Der Wärmeimpuls verhindert das Andocken des Virus an eine gesunde Wirtszelle. Die Entwicklung von Fieberblasen kann gestoppt werden.

Nicht ganz einfach anzuwenden

Allerdings funktioniert das nicht ganz so einfach wie bei Gelsenstichen, was auch eine „Konsument“-Testerin erfahren musste. Wichtig sei, so wird betont, das Gerät sofort nach Auftreten der ersten Symptome einzusetzen und die Behandlung in den nächsten Stunden (nötigenfalls auch Tagen) zu wiederholen. Die Heizfläche des Gerätes muss rund 4 Sekunden auf die Lippe gedrückt werden. Danach muss es mit einem Desinfektionsmittel gereinigt werden.

Das lippenstiftähnliche Gerät ist in Apotheken erhältlich und kostet rund 50 Euro.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
48 Stimmen

Kommentare

  • Wirklich zur Behandlung von Beschwerden bei Lippenherpes ungeeignet?
    von Mag Zirnig am 30.07.2018 um 00:23
    Für mich ist ein Medikament, das Symptome lindert, ein lohnender Kauf und positiv zu bewerten, egal ob es ein Hustenmittel, ein Schmerzmittel oder eine Fieberblasensalbe ist. In diesem Sinne habe ich auch positive Erfahrungen mit Zovirax, Activir und Aciclostad gemacht, die mir der Arzt verschrieben hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwo wissenschaftlich festgelegt ist, wann der Grad der „Linderung“ als „therapeutische Wirkung“ „gering“ ist, und dass man davon ausgehen kann, dass er bei allen Patienten gleich ist. Diese apodiktische Testaussage scheint mir mehr als kühn und und die Schlussfolgerung „ungeeignetes Medikament“ akademisch abgehoben. Es werden so viele Umfragen gemacht, wieso werden die betroffenen Patienten nicht in Form einer Studie zu ihren praktischen Erfahrungen befragt? Schade finde ich, dass man das Originalpräparat Zovirax der GlaxoSmithKline GmbH nicht zum Vergleich in den Test einbezogen hat und auch den KONSUMENT-Bericht über den alternativen Wärmestift Herpotherm (https://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/Detail&cid=26973) mit keiner Silbe erwähnt hat.
Bild: VKI