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Hörgeräte Spezial

Der Weg zum Hörgerät

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Konsument 4/2010 veröffentlicht: 13.04.2010

Inhalt

Der Weg zum Tarifgerät

Erforderliche Unterlagen

  • Verordnungsschein des Arztes
  • Ton und Sprachaudiogramm des Hörgeräteakustikers
  • Anpassbericht des Hörgeräteakustikers
  • Kostenvoranschlag des Hörgeräteakustikers (nur bei beruflicher Sonderversorgung oder bei Kindern).

Die Unterlagen werden in der Regel durch den Hörgeräteakustiker bei der Krankenkasse eingereicht.

Kosten

Falls ein Tarifgerät in Anspruch genommen wird, entstehen dem Versicherten keine Kosten. Medizinisch nicht erforderliche oder vertraglich nicht geregelte Hörgeräte, die vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen nicht genehmigt werden, und Sonderwünsche (z.B. Fernbedienung) müssen grundsätzlich selbst bezahlt werden.

Achtung: Ist der Hörgeräteakustiker nicht Vertragspartner der jeweiligen Krankenkasse, sind die Kosten für das Hörgerät selbst zu bezahlen. Der Kunde muss sich dann selbst um die Kostenerstattung bemühen. Die Rechnung sowie alle erforderlichen Unterlagen (Verordnungsschein des Arztes, Ton- und Sprachaudiogramm des Hörgeräteakustikers, Anpassbericht des Hörgeräteakustikers, Rechnung für das Hörgerät) sind bei der jeweiligen Krankenkasse einzureichen. Sind alle Bewilligungskriterien erfüllt, werden Kosten in Höhe des Vertragstarifes rückerstattet.

Vorgehen

Kann die Schwerhörigkeit durch ein Hörgerät verbessert werden, stellt der HNO-Arzt eine Verordnung für „Heilbehelfe und Hilfsmittel“ aus. Auf dem Verordnungsschein müssen die Daten des Versicherten (Familienname, Vorname, Versicherungsnummer) genau wie auf der e-card angegeben werden.

Der Verordnungsschein muss dem Hörgeräteakustiker innerhalb von 14 Tagen vorgelegt werden. Nach erfolgter Beratung, Anpassung und Einschulung kann der Patient das Hörgerät mindestens 14 Tage lang testen.

Wichtig: Der Hörgeräteakustiker ist gegenüber der Krankenkasse verpflichtet, den Erfolg der Hörgeräteversorgung durch Messungen zu dokumentieren und einen Anpassbericht zu erstellen.

Folgeversorgung (Neugerät)

Frühestens nach Ablauf von 5 Jahren besteht Anspruch auf ein neues Gerät (vorausgesetzt, das alte Modell ist nicht mehr funktionsfähig oder es kann den Hörverlust nicht mehr ausgleichen).

Das Neugerät kann vom Hörgeräteakustiker ohne fachärztliche Verordnung bei der Krankenkasse beantragt werden. Zur Bewilligung muss er ein Ton-und Sprachaudiogramm, allenfalls einen Kostenvoranschlag (Sonderversorgung) und einen neuen Anpassbericht vorlegen.

Defekt

Bei einem Defekt des Hörgerätes ist (wenn möglich) der Hörgeräteakustiker aufzusuchen, bei dem das Gerät bezogen wurde. Anfallende Reparaturkosten, die nicht auf Vorsatz bzw. grobe Fahrlässigkeit zurückzuführen sind, werden von der Krankenkasse übernommen. Bei Zuzahlungsgeräten können allerdings auch bei Reparaturen Kosten für den Versicherten anfallen.

Verlust

Ein Verlust des Hörgerätes ist vom Versicherten zu tragen. Die Krankenkasse leistet keinen Ersatz.

Funktionssicherungskontrolle

Während der Tragedauer sollte man mindestens alle 3 bis 6 Monate eine Funktionssicherungskontrolle beim Hörgeräteakustiker in Anspruch nehmen. Dabei werden auch Einstellungsanpassungen vorgenommen.

Ersatzbatterien

Die Kosten für Ersatzbatterien (mit einem Set von sechs Batterien zum Preis von rund 4 bis 6 Euro kommt man etwa drei Wochen lang aus) werden von der Krankenkasse nicht übernommen.

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Kommentare

  • Hörgerätebatterien
    von Toxy am 26.09.2016 um 09:36
    Das wäre auch einmal ein Thema, vor allem die Preise und die tatsächlichen, messbaren Unterschiede. Meine subjektive Erfahrung: Preise von 1,99 pro 6er-Pack (Internetversand, no-name) bis 10,- (Supermarkt, Markenbatterie). Unterschiede: KEINE! MfG Christof Waas