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Hörgeräte Spezial

Der Weg zum Hörgerät

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Konsument 4/2010 veröffentlicht: 13.04.2010

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Probezeit für Anpassungen nutzen

Ausstattung und Technik nützen allerdings wenig, wenn das Gerät nicht auf den Hörschaden, die Bedürfnisse und Hörgewohnheiten des Patienten abgestimmt wird, etwa die Tonhöhen nicht gut ausbalanciert sind oder Nebengeräusche unnötig verstärkt werden. Die Programmierung des Gerätes erfolgt am Computer. Dann ist es bereit für den täglichen Einsatz.

Ob der Nutzer damit klarkommt, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Der Kunde hat deshalb das Recht, das Gerät für eine angemessene Zeit (mindestens 14 Tage) zu testen und immer wieder Anpassungen vornehmen zu lassen, denn die in den Gehörgang eingesetzte Otoplastik und auch die veränderte Geräuschwahrnehmung sind gewöhnungsbedürftig.

Mehrere Anpassungsschritte notwendig 

Wichtig ist, dass das Gerät tagsüber ständig getragen wird. Bis die Lautstärke passt, unangenehme Störgeräusche beseitigt wurden und die richtige Frequenzbalance eingestellt ist, sind mehrere Anpassschritte oder Einstellungen notwendig. Man sollte sich darauf einstellen, dass man in der Anfangsphase den Akustiker mindestens einmal pro Woche aufsuchen muss.

Ein schlechtes Gewissen oder das Gefühl, den Akustiker zu belästigen, ist fehl am Platz. Die Einstellungsarbeiten sind bereits im Honorar für den Fachmann einkalkuliert. Wenn das Hörgerät gut angepasst ist, genügt es in der Regel, einmal pro Quartal beim Akustiker einen Service (Schlauchwechsel oder Filterwechsel) und eventuell Feinabstimmungen vornehmen zu lassen.

Keine Kaufverpflichtung

Stellt man fest, dass man mit einem Gerät partout nicht klarkommt, kann der Anpassungsprozess jederzeit abgebrochen und das Gerät durch ein anderes Modell ersetzt werden (für das dann wieder dieselben Anpassungsmodalitäten gelten).

Eine Verpflichtung zum Kauf besteht auch dann nicht, wenn man den Akustiker wechselt. Manche Anbieter verlangen in diesem Fall allerdings eine Gebühr für die Anfertigung der Otoplastik. Deshalb ist es sinnvoll, den Akustiker bereits bei der Anfertigung der Otoplastik zu fragen, ob er dafür etwas berechnet, falls man die Anpassung abbricht und kein Hörgerät kauft.

Sonderausstattung auch bei Tarifgeräten möglich

Die von den Krankenkassen finanzierten Tarifgeräte reichen wie bereits erwähnt in der Regel vollauf aus, um die Schwerhörigkeit zu beseitigen. Doch es kann vorkommen, dass sie den Anforderungen des Patienten nicht genügen. Schwierige Kommunikationssituationen im Beruf oder etwa ein Hobby, das besondere akustische Anforderungen stellt, machen unter Umständen ein Gerät mit spezieller Ausstattung notwendig.

Tarifgeräte können auch bei besonderen Formen von Schwerhörigkeit an ihre Grenzen stoßen. Die Krankenkassen tragen dem Rechnung: Wer aus medizinischen Gründen auf eine Sonderversorgung angewiesen ist, muss für die Zusatzausstattung keine Zuzahlung leisten. Gleiches gilt auch für Patienten, die im Erwerbsleben mit schwierigen Hörsituationen konfrontiert sind, zum Beispiel, wenn sie beim Arbeiten in einem Umfeld mit erhöhtem Störschall kommunizieren müssen.

 

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Kommentare

  • Hörgerätebatterien
    von Toxy am 26.09.2016 um 09:36
    Das wäre auch einmal ein Thema, vor allem die Preise und die tatsächlichen, messbaren Unterschiede. Meine subjektive Erfahrung: Preise von 1,99 pro 6er-Pack (Internetversand, no-name) bis 10,- (Supermarkt, Markenbatterie). Unterschiede: KEINE! MfG Christof Waas