KONSUMENT.AT - Kinder und Medikamente - Je nach Alter große Unterschiede

Kinder und Medikamente

Riskante Gratwanderung

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Konsument 3/2010 veröffentlicht: 23.02.2010

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Je nach Alter große Unterschiede

 

Um genaue Erkenntnisse über Wirkmechanismus, Wirksamkeit oder Unbedenklichkeit der Arzneien zu erhalten, müssten zahlreiche klinische Studien an Kindern verschiedener Altersgruppen erfolgen. Neugeborene haben einen anderen Stoffwechsel als Kleinkinder, die sich darin wiederum von älteren Kindern und Jugendlichen unterscheiden. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind viele Organe noch nicht ausgereift. Der Wasseranteil am Organismus ist bei Neugeborenen größer, der Fettanteil geringer. Dies hat Konsequenzen für Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung der Medikamente und beeinflusst damit auch deren Wirkung.

 

Dosierung mathematisch nicht zu lösen

 

Die Methode, die Dosis für Kinder arithmetisch pro Kilogramm Körpergewicht auf Basis der Erwachsenendosis zu ermitteln, ist häufig unzureichend. Ein Kind mit 20 Kilogramm Körpergewicht benötigt keineswegs ein Viertel der Dosis eines 80 Kilogramm schweren Erwachsenen. Im Gegenteil: Manchmal müssen Kinder sogar mehr einnehmen als Erwachsene. Früh- und Neugeborene „wachsen“ zudem sehr rasch von einem Dosisbereich in den nächsten hinein. Doch nicht nur was die Dosierung angeht, wären klinische Studien dringend vonnöten. Frühgeborene erhalten bis zu zehn Medikamente gleichzeitig, über Wechselwirkungen ist jedoch wenig bekannt, nicht nur bei den kleinen Patienten. Ein weiteres Problem stellt die Darreichungsform von Medikamenten dar. Kinder bis zum Alter von fünf Jahren können meist keine Tabletten, Kapseln und Dragees schlucken.

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