Patientenverfügung

Selbstbestimmt bis zum Ende

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KONSUMENT 11/2015 veröffentlicht: 29.10.2015

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Auch wenn das Thema unangenehm ist: Je früher man ­darüber nachdenkt, welche medizinischen Behandlungen man am Ende seines Lebens möchte – oder nicht möchte –, desto besser.

Vor der Entscheidung, was passieren soll, wenn man nicht mehr selbst entscheiden kann, steht eine umfassende Vorsorge­planung, auch "Advance Care Planning" genannt. Gemeinsam mit Ärztinnen und ­Ärzten, dem Pflegepersonal, der Haus­kranken­pflege, Sozialarbeiterinnen und Sozial­arbeitern wird erarbeitet, welche ­Wünsche jemand für seinen letzten ­Lebensabschnitt hat.

Vorsorgegespräche und Vollmachten

Bei diesen Vorsorge­ge­sprächen sind idealerweise auch die ­nächsten Verwandten dabei. In weiterer ­Folge können dann Vollmachten erteilt oder Ver­fügungen errichtet werden.

Juristisch festgelegte Instrumente zur Vorsorge auf diesem Gebiet sind:

  • die verbindliche Patientenverfügung,
  • die beachtliche Patientenverfügung,
  • die Vorsorgevollmacht.

Die einzelnen Formen unterscheiden sich durch den Umfang dessen, was geregelt werden kann, und die formalen Vorschriften.

Genau definierte medizinische Behandlungen

Mit einer verbindlichen Patientenverfügung können Sie genau definierte medizinische Behandlungen wie z.B. eine Ernährung ­mittels Magensonde ablehnen. Vor allem Personen, die bereits an einer tödlichen ­Erkrankung leiden, können gemeinsam mit dem Arzt ihres Vertrauens sehr genau auf die zu erwartenden Symptome und deren Behandlung bzw. Nichtbehandlung eingehen.

Verbindliche Patientenverfügung

Die Errichtung einer verbindlichen Patientenverfügung unterliegt strengen Formvorschriften. Vor dem Verfassen des Dokuments muss eine umfassende ärztliche Aufklärung eingeholt und auch dokumentiert werden. Errichten können Sie eine solche weit­reichende Verfügung nur bei einem Notar, einem Anwalt oder bei einer Patienten­anwaltschaft. Die Registrierung der verbind­lichen Patientenverfügung ist möglich, aber nicht vorgeschrieben.

Kopien an Vertrauenspersonen bzw. Pflegepersonal

Allerdings: Selbst eine Registrierung ist keine Gewähr dafür, dass den in der Verfügung getroffenen Anordnungen auch immer nachgekommen wird. Medizinisches Personal ist nämlich nicht ­verpflichtet, die Register abzufragen.

Deponieren Sie daher Kopien des Dokuments bei Vertrauenspersonen. Leben Sie in einer stationären Einrichtung, lassen Sie die Ver­fügung Ihrem Akt im Pflegeheim beilegen. Dasselbe gilt, wenn Sie ins Spital müssen. Werden Sie zu Hause gepflegt, instruieren Sie Ihre Heim­pflege, was im Fall des Falles zu tun ist.

Nach fünf Jahren bestätigen

Solange der Anlassfall für die verbindliche Patientenverfügung nicht eintritt, gilt sie für fünf Jahre und muss dann wieder bestätigt werden. Bleibt die Bestätigung aus, wandelt sich die verbindliche Patientenverfügung in eine beachtliche um. Grundsätzlich ruht die Verfügung, solange Sie selbst Ihren Willen artikulieren können. Erst wenn Sie geistig oder physisch dazu nicht mehr in der Lage sind, wird die Patientenverfügung wirksam und "spricht" an Ihrer Stelle.

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