Vitamin D gegen Schmerzen

Fibromyalgie in Muskeln, Gelenken, Rücken

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KONSUMENT 2/2014 veröffentlicht: 30.01.2014

Inhalt

Senkt die regelmäßige Einnahme von Vitamin D bei Erwachsenen das Risiko für Krebserkrankungen?

Wir sagen: Wahrscheinlich nicht. Studien mit einer Laufzeit von bis zu sieben Jahren und 50.000 Teilnehmern bieten eine gute Beweislage. Ein Effekt konnte nicht gefunden werden.

KONSUMENT Fakten-Check Medizin: wissenschaftliche Beweislage mittel (Bild: VKI)

 

Das Geschäft mit der Angst vor Krebs

Für die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln ist die Angst vieler Menschen, an Krebs zu erkranken, längst zum Geschäftsmodell geworden. Auch die Einnahme von Vitamin D soll das Krebsrisiko senken. Die fettlösliche Verbindung kann vom Körper selbst gebildet werden. Unter dem Einfluss von UV-Strahlung entsteht das „Sonnenvitamin“ in der Haut. Nur wenige Nahrungsmittel enthalten Vitamin D; etwa fetter Seefisch (Hering, Makrele, Lachs) aber auch Leber und Hühnereier. Im Körper ist Vitamin D vor allem für den Einbau von Calcium in die Knochen zuständig und an der Regulation des Calciumund Phosphathaushaltes beteiligt.

18 Studien mit 50.000 Teilnehmern

Ein starker Mangel kann bei Kindern die Knochenschwäche Rachitis auslösen und bei Erwachsenen die Knochendichte beeinträchtigen. Vitamin D beeinflusst auch viele andere Vorgänge im Körper. Forscher diskutieren deshalb, ob schon ein etwas zu niedriger Vitamin-D-Spiegel der Gesundheit schaden kann. Ein Zusammenhang mit Infektionskrankheiten beispielsweise scheint bisherigen Studien zufolge nicht zu bestehen. Doch wie sieht es mit Krebs aus? Laboruntersuchungen und Tierstudien liefern Hinweise, dass das Vitamin auf die Entstehung von Krebszellen einwirken könnte. Diese Erkenntnisse erlauben allerdings keine Rückschlüsse, ob die regelmäßige Einnahme von Vitamin D das Krebsrisiko beim Menschen senkt. Um dies beurteilen zu können, hat medizin- transparent alle klinischen Studien unter die Lupe genommen, die an Menschen ausgeführt  wurden. Das Team fand eine Übersichtsarbeit, in der 18 Studien mit rund 50.000 Teilnehmern ausgewertet worden waren.

Vitamin-D-Spiegel spielt keine Rolle

Bezogen auf das Risiko, an Krebs zu erkranken, macht es demnach keinen Unterschied, ob man Vitamin-DPräparate einnimmt oder nicht. Es spielte keine Rolle, ob der Vitamin-D-Spiegel niedrig oder normal war. Die Forscher weisen außerdem darauf hin, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel möglicherweise gar nicht die Ursache für bestimmte Erkrankungen ist, sondern die Folge – etwa, wenn Menschen aufgrund einer Erkrankung selten nach draußen in die Sonne gehen und deshalb wenig Vitamin D bilden. In einigen Jahren werden wir mehr wissen. Derzeit wird in zwei großen Studien der Einfluss des Vitamins auf die Sterblichkeit sowie auf die Entstehung von Krebs und anderen Krankheiten untersucht.

Lesen Sie mehr auf http://www.medizin-transparent.at/vitamin-d-krebs

Stimmt das, was die berichten?

Beinahe täglich berichten Medien von Behandlungsmethoden, diagnostischen Tests und Studien. Wie aber steht es mit den Fakten hinter diesen Meldungen? Können wir glauben, was wir lesen? In unserer Rubrik "Fakten-Check Medizin" finden Sie Informationen, ob es für Medienberichte zu medizinischen Themen echte wissenschaftliche Beweise gibt. "Faktencheck Medizin" ist eine Kooperation von KONSUMENT mit Cochrane-Österreich (www.medizin-transparent.at). Cochrane-Österreich ist werbefrei, unabhängig und wird durch die Bundesgesundheitsagentur gefördert.

 

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