KONSUMENT.AT - Espressomaschinen - Testkriterien

Espressomaschinen

Per Knopfdruck zum Glück

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KONSUMENT 12/2012 veröffentlicht: 23.11.2012

Inhalt

Testkriterien

Im gemeinsamen Test mit der Stiftung Warentest: 11 Espressovollautomaten, davon sieben Geräte mit sogenannter One-Touch-Funktion für die automatische Zubereitung von Cappuccino oder Latte macchiato auf Knopfdruck.

Sensorische Beurteilung. Der Espresso wurde mit illy-Bohnen der Sorte Espresso Caffé in grani aus Lavazza Crema e Gusto Bohnen zubereitet. Ein auf Kaffee geschultes Gremium aus acht Personen prüfte den Espresso (40 ml) auf sensorische Fehlerfreiheit, Crema, Geruch, Geschmack, Mundgefühl und Nachgeschmack. Der Milchschaum aus handelsüblicher Milch (1,5 % Fettgehalt) wurde von drei geschulten Personen verkostet und hinsichtlich Geruch, Mundgefühl und Geschmack bewertet.

Technische Prüfung. Bei der Aufheizzeit wurde die Zeit vom Einschalten bis zur Betriebsbereitschaft ermittelt. Beim Espresso wurden die Temperatur in der Tasse (mit und ohne Vorwärmen) aus kaltem und warmem Betriebszustand, die Bezugszeiten, eventuelles Tropfen und die Gleichmäßigkeit der Tassenfüllung sowie das Aussehen bewertet. Beim Espresso ermittelten wir Temperatur und Menge, bei Cappuccino und Latte macchiato auch Herstellungszeiten, Menge und Aussehen. Außerdem wurde die Volumenzunahme des Milchschaums inklusive Zeit, Wassergehalt, Temperatur und Aussehen ermittelt.

Handhabung. Ein Experte beurteilte die Gebrauchsanleitung. Fünf Nutzer beurteilten unter Anleitung einer Fachkraft das Zubereiten der Getränke (inkl. Programmieren, Heißwasserbezug und Milchaufschäumung) sowie den täglichen Arbeitsaufwand (Wasserbehälter füllen, Tresterbehälter leeren, Milchschäumer säubern). Zudem wurde das Entkalken und das Reinigen (manuell, Spülmaschine, Automatikprogramm, Brüheinheit) beurteilt.

Zuverlässigkeit. Zu Beginn der Dauerprüfung wurde ein Zyklus von acht Tassen Espresso, zwei Tassen Cappuccino, drei Tassen Latte macchiato, acht Tassen Espresso, acht Mal 100 ml Heißwasser gefahren. Danach wurden 1.500 Tassen Espresso (40 ml) bezogen (Maschine einschalten, Espresso ziehen, Tresterbehälter leeren, Wasser neu auffüllen, ausschalten). Dieser Zyklus wurde täglich wiederholt. Vorkommnisse wurden notiert. Danach ruhten die Maschinen über Nacht. Während der Dauerprüfung wurden die Geräte so selten wie möglich (nach Herstellerangabe) entkalkt sowie gereinigt. Anzahl und Aufwand der erforderlichen Vorgänge wurden bewertet. Bei den Wasserbehältern wurde die mechanische Festigkeit (Stoßfestigkeit) in Anlehnung an IEC 60068-2-75 (Federhammerprüfung) geprüft.

Sicherheit. In Anlehnung an DIN EN 60335-1.2012 und DIN EN 60335-2-15:2009 Prüfung auf elektrische und mechanische Sicherheit einschließlich möglicher Fehlbedienungen.

Umwelteigenschaften. Der Stromverbrauch wurde in Anlehnung an PrEN 60661:2012 in Werkseinstellung über 100 Minuten (Aufheizzeit bis zur Betriebsbereitschaft, Bezug eines Espressos, eines Kaffees sowie eines doppelten Espressos) ermittelt. Geräusch: Fünf Nutzer beurteilten subjektiv die Geräuschentwicklung beim Brühen und Mahlen.
Schadstoffe. Bestimmung von Blei und Nickel im Brühwasser und am Dampf- bzw. Heißwasserauslauf (nach dem Wasser?lter, falls vorhanden). Dafür Entnahme von je zwei Proben aus je zwei Geräten (nach Herstellerangabe entkalkt und 15 Stunden Ruhe). Es gab keine Beanstandungen.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
118 Stimmen

Kommentare

  • Testreport Vollautomaten
    von msi68 am 18.12.2012 um 11:48
    Ich bin sehr erstaunt, dass eine Maschine Testsieger wird bei die Brühgruppe nicht herausnehmbar ist (Schimmelbildung, Hygiene!) und lediglich mit einer chemischen Keule (Tablette) zu reinigen ist. Siehe auch den Testbericht von RTL (http://www.youtube.com/watch?v=W0eceF4OA50)
  • schimmel
    von raika am 03.12.2012 um 11:04
    Die 3 Artikel sind sehr interessant. Leider habe ich zunehmend das Gefühl mit jedem Kaffee auch Schimmel zu mir zu nehmen. Ob nun die Brühgruppe fix installiert oder herausnehmbar ist, ich denke das diese Schimmel Problematik langfristig Allergien und Krankheitsbilder - zumindest begünstigen - wenn auch nicht unbedingt auslösen können. Wie schon von einigen erwähnt, eine "100%ige Reinigung" gestaltet sich trotz akribischer Genauigkeit ohne das Gerät zu zerlegen äußerst schwierig bis unmöglich. Mir fällt jedenfalls auf, das ich - trotz genauer Reinigung - bei meiner Saeco Incanto Sirius Touch (gekauft 12/2005) einen deutlichen Qualitätsverlust bemerke. Vermutlich stecken irgendwo ranzige und schimmlige Teilchen fest ... ein Wechsel erforderlich? (Gerät kostete damals schon 900 EUR). Oder gibt es zuverlässige Reinigungsmethoden (angefangen beim Bohnenbehälter, Brühgruppe, Schläuche, ...)? Danke für Eure Tips!