Alete Rote Früchte

Mit Antioxidationsmittel

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KONSUMENT 9/2017 veröffentlicht: 27.06.2017

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: eine Fruchtzubereitung für Babys, die wider Erwarten auch das Antioxidationsmittel Ascorbinsäure enthält.   

Das steht drauf: Alete Rote Früchte

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Babynahrungshersteller Alete bietet für Kinder ab dem 6. Monat Fruchtzubereitungen im Beutel – sogenannte Früchtequetschies – an. Auf der Packung Alete Rote Füchte sind diverse Beeren und ein Apfel abgebildet, und rot unterlegt sind die Hinweise „100 % Frucht“ sowie „ohne Zusatz von Aromastoffen“ aufgedruckt. Auf der Packungsrückseite steht nochmals „100 % Frucht, ohne Zusatz von Verdickungsmitteln, Farb-, Konservierungs-, Aromastoffen und Geschmacksverstärkern, glutenfrei“.

Demnach scheint Alete Rote Früchte also ausschließlich aus Früchten zu bestehen. Das stimmt aber nicht, wie eine KONSUMENT-Leserin beim Lesen der Zutatenliste feststellte. Denn hier war auch das Antioxidationsmittel Ascorbinsäure angeführt.

Früchte und Ascorbinsäure

Alete Rote Früchte setzen sich demnach aus Apfel, aus 22 % roten Früchten (Erdbeere, Brombeere, Heidelbeere, Johannisbeere), Banane, aus Traubensaft aus Traubensaftkonzentrat und eben dem Antioxidationsmittel Ascorbinsäure zusammen. Gleich nach der Zutatenliste ist noch der Hinweis „Ascorbinsäure ist als Vitamin C auch natürlicherweise in Früchten enthalten“ aufgedruckt.

„Hab für meinen Kleinen unlängst Alete Rote Früchte gekauft. Auf der Vorderseite sind die Früchte abgebildet und ,100 % Frucht‘ zu lesen. In der Zutatenliste findet man dann jedoch das Antioxidationsmittel Ascorbinsäure. Wieso darf das Produkt mit 100 % Frucht werben, wenn auch noch Antioxidationsmittel drin sind?“, wollte sie von uns wissen.

Wir baten Alete um Stellungnahme. Ascorbinsäure werde nur in sehr geringen Mengen verwendet, um die Bräunung der Früchte zu vermeiden. Dies sei vergleichbar mit der Anwendung von Zitronensaft, der im Haushalt auf Obst geträufelt wird. Aha. Trotzdem sollte unserer Ansicht nach ein Produkt nicht mit „100 % Frucht“ werben, wenn es auch Ascorbinsäure enthält.

Auch andere Zutaten fehl am Platz

Uns stört bei Alete Rote Früchte aber noch etwas: Auf der Packungsvorderseite sind ausschließlich ganze Früchte abgebildet. Das suggeriert, dass das Produkt ausschließlich aus pürierten Früchten besteht. Abgesehen von Ascorbinsäure ist hier also wohl auch Traubensaft aus Traubensaftkonzentrat als Zutat fehl am Platz. 

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Kommentare

  • Ascorbinsäure
    von herbymax am 30.06.2017 um 12:59
    Ascorbinsäure ist zweifellos auch in einem Teil der in dem Produkt enthaltenen Früchten vorhanden. Da diese aber nicht beständig ist wird als Antiox-mittel Ascorbinsäure in geringen Mengen zugesetzt. Es ist sicher nicht ganz korrekt, mit 100% Frucht zu werben, aber mit dem Aufdruck "99,8 % Frucht" ändert das weder die Produkteigenschaften, noch ist die Ware für den Konsumenten schädlich
  • Es ist immer wieder
    von WOODSTOCK am 27.06.2017 um 20:25
    das Gleiche. Die Stellungnahmen der einzelnen Unternehmen zu Reklamationen (gleichgültig welcher Art) könnte man schon im Schlaf auf sagen. Schrecklich, wie mit der Gutgläubigkeit der Konsumenten "spekuliert" wird (auch bei renommierten Firmen). Deprimierend und eigentlich unfassbar.
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