KONSUMENT.AT - Knorr Echt Natürlich! Gemüse Suppentopf - Nachhaltiger Anbau?

Knorr Echt Natürlich! Gemüse Suppentopf

Was bedeutet aus „nachhaltigem Anbau“?

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veröffentlicht: 09.11.2021

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Was alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Was heißt „Echt natürlich“ und aus „nachhaltigem Anbau“ – warum ist der Knorr Suppentopf nicht bio mit nachvollziehbaren Kriterien?

Das steht drauf: Knorr Echt Natürlich! Gemüse Suppentopf

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Von der Marke Knorr gibt es eine Produktreihe, die sich „Echt natürlich“ nennt. Laut Packungsaufschriften stecken in diesen Würzbasen, Suppen und Salatdressings „100 % natürliche Zutaten“. Eine Konsumentin hat deshalb den Knorr Echt Natürlich! Gemüse Suppentopf gewählt, aber auch einen Blick auf die Zutatenliste geworfen. „Auf der Gemüsesuppe von Knorr steht bei jeder Zutat, die mit einem Sternchen gekennzeichnet ist, dass diese aus ‚nachhaltigem Anbau‘ kommt. Ich denke, das täuscht sehr leicht, da es genau wie ‚bio‘ aussieht“, schreibt uns die Konsumentin verärgert und fragt: „Aber was bedeutet nachhaltiger Anbau überhaupt? Gibt es dafür irgendwelche Normen? Ich kann es mir nicht vorstellen.“

Was bedeutet „nachhaltiger Anbau“?

Diese Frage ist berechtigt. Einige Zutaten des Knorr Echt Natürlich! Gemüse Suppentopfs wie Tomatenpulver, Bohnen oder Erbsen stammen laut Fußnote „aus nachhaltigem Anbau“. Diese Auslobung unterhalb der Zutatenliste auf der Rückseite der Verpackung lässt an die Auslobung „aus biologischem Anbau“ denken. Doch anders als beim biologischen Anbau gibt es für die Bezeichnung „nachhaltig“ oder „aus nachhaltigem Anbau“ keine bestimmten Kriterien oder gesetzlichen Regelungen. So können Konsumentinnen und Konsumenten auch nicht nachvollziehen, was am Anbau nachhaltig wäre. Diese Auslobung garantiert nicht, dass der Anbau den Kriterien der biologischen Landwirtschaft nahekommt. Im Bio- oder Ökolandbau dürfen die Produzenten zum Beispiel keine chemisch-synthetischen Düngemittel oder Pestizide einsetzen.

Nur Produkte, die nach den Regeln der biologischen Produktion hergestellt wurden, dürfen auch in Kennzeichnung und Werbung die Bezeichnungen oder Abkürzungen „biologisch“, „ökologisch“, „bio-“ oder „öko-“ führen. Diese Auslobungen sind gesetzlich geregelt. Was also „aus nachhaltigem Anbau“ bedeutet, wenn das Produkt nicht bio-zertifiziert ist oder ein anderes bekanntes Siegel trägt, ist völlig ungeklärt. Deshalb haben wir beim Hersteller nachgefragt.

Unilever hat eigenen Nachhaltigkeits-Kodex

Unilever streicht in seiner Stellungnahme die Bedeutung von nachhaltiger Landwirtschaft hervor, nennt aber keine konkreten Kriterien außer allgemein wichtigen Zielen wie Bodenschutz, Reduktion des Wasserverbrauchs und Erhalt der biologischen Vielfalt. Nachhaltiger Anbau bedeute für den Konzern, die richtige Balance zwischen ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten zu finden. Man richte sich dabei nach den selbst erstellten ‚Regenerative Agriculture Principles‘.

Konkrete Kriterien und Kontrollen fehlen

Dass Unilever als großer Konzern verstärkt auf nachhaltigere Produktion setzt, ist natürlich sehr begrüßenswert und kann weitreichende positive Auswirkungen haben. Was uns aber fehlt, um Auslobungen wie „aus nachhaltigem Anbau“ für Konsumentinnen und Konsumenten greifbarer zu machen, das sind konkrete Kriterien und unabhängige externe Kontrollen. Diese sind bei Bio-Produkten gesetzlich geregelt. Wir haben daher bei Unilever nochmal nachgehakt, warum nicht auf eine biologische Produktion umgestellt wird. Damit wären auch die von Unilever gesetzten Schwerpunkte wie Schutz des Wassers, Bodengesundheit, Erhalt der Artenvielfalt etc. abgedeckt. Unilever argumentiert in seiner Stellungnahme, dass die benötigten Mengen aus biologischer Produktion nicht verfügbar seien. Zudem stelle der höhere Endpreis für Kundinnen und Kunden ein Hindernis dar.

Da sich Unilever für einen Systemwechsel in der Landwirtschaft und für die Weiterentwicklung von Technologien einsetzt, bleibt zu hoffen, dass der Konzern künftig vielleicht doch einen Weg in Richtung zertifizierter Biolandbau findet. Unsere Kritikpunkte wurden mit der bisher erhaltenen Antwort noch nicht „nachhaltig abgebaut“. Wir bleiben weiter dran!

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