McDonald's Sweet McGriddles

Üppiger als angegeben

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veröffentlicht: 08.10.2015, aktualisiert: 25.11.2015

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Pfannkuchen von McDonald‘s, die wesentlich üppiger waren, als im Internet beschrieben – und noch immer sind.

 

Das steht drauf: McDonald’s Sweet McGriddles

Gekauft bei: McDonald‘s

Das ist das Problem

McDonald‘s bietet als Frühstück Pfannkuchen an: Diese Pancakes mit eingebackenem Ahornsirup heißen Sweet McGriddles und werden wahlweise mit Nutella oder Honig verkauft. Eine Konsumentin wollte wissen, was genau in dieser Süßspeise steckt, und schaute auf der Homepage des Unternehmens nach. Dort erfuhr sie, dass eine Portion Sweet McGriddles 46,5 g hat, 114 kcal liefert und 5,7 g Zucker sowie 2,9 g Fett enthält. Das klang für die Kundin erstaunlich wenig. Immerhin bekommt, wer bei McDonald’s Sweet McGriddles verlangt, zwei in Papier gewickelte Pancakes und hat zusätzlich die Wahl zwischen Nutella und Honig.

„Wiegen diese beiden Pfannkuchen tatsächlich nur 46,5 Gramm?“, fragte sich die Konsumentin und wog nach. Ergebnis: Bereits ein Pfannkuchen brachte 46,5 Gramm auf die Waage, war also eine Portion. Absurd, denn wer bitte isst nur einen Pancake, wenn in der Packung zwei Stück drin sind?

Gewicht pro Portion angeführt

Stimmen wenigstens die Nährwerte? Wir gingen dieser Frage nach und kauften in drei McDonald‘s-Filialen je 3 Sweet McGriddles. Anschließend wogen wir die Ware ab und analysierten den Fett- und Zuckergehalt.
Ergebnis: Das durchschnittliche Gewicht je Pfannkuchen (von McDonald‘s allen Ernstes als Portion angegeben) betrug 46,1 Gramm. Zumindest die Gewichtsangabe auf der Homepage war richtig. Anders beim Fett- und Zuckergehalt pro 100 g: Hier ermittelten wir nämlich einen durchschnittlichen Fettgehalt von 6,6 g und einen Zuckergehalt von 17,9 g pro 100 g Pfannkuchen. Das bedeutet 10 % mehr Fett und sage und schreibe 49 % mehr Zucker, als auf der Homepage angegeben!

Mehr Kalorien, Fett und Zucker

Man nimmt also mit einer Packung Sweet McGriddles das Doppelte an Kalorien und wesentlich mehr Zucker und Fett auf, als im Internet pro Portion bzw. pro 100 g angeführt ist. Und da sind das Nutella bzw. der Honig, mit denen die McGriddles verkauft werden, noch gar nicht mitgerechnet.

Portionsangaben auf der Homepage korrigiert

McDonald‘s reagierte auf unsere Bitte um Stellungnahme rasch und besserte die Portionsangaben auf der Homepage aus. Nun ist eine Portion McGriddles mit 93 g (also mit zwei Stück Pfannkuchen) definiert. Passt!
Außerdem kündigte das Unternehmen an, den Hersteller der McGriddles um eine neuerliche Bestimmung des Zucker- und Fettgehalts zu bitten und uns die Ergebnisse zukommen zu lassen. Seitdem haben wir von McDonald’s nichts mehr gehört …


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Kommentare

  • Zucker
    von REDAKTION am 19.10.2015 um 16:59
    In den USA wird seit Langem aus Mais gewonnener Sirup (High corn fructose sirup) mit einem hohen Anteil von Fruchtzucker eingesetzt. Fructose als Süßungsmittel steht seit einigen Jahren im Verdacht, zum Anstieg des Übergewichts beizutragen (z.B. mit Maissirup gesüßte Limonaden). Der enorme Anstieg der Fruktose-Aufnahme fördert angeblich auch die Entwicklung einer Nichtalkoholischen Fettleber, da Fruktose ausschließlich in der Leber umgewandelt, zu Trigylceriden umgebaut und dort zum Teil lokal gespeichert wird. Doch auch Glukose ist für eine erhöhte Fetteinlagerung verantwortlich, als Auslöser einer Insulinresistenz. Eine Insulinresistenz hat zur Folge, dass nach der Aufnahme von Kohlenhydraten deutlich größere Mengen an Insulin ins Blut abgegeben werden als dies bei schlanken Menschen der Fall ist, deren Zellen Insulin-sensitiv reagieren. Die großen Insulinmengen fördern die Verwandlung von Kohlenhydraten in Fett in der Leber. Nach derzeitiger Studienlage ist Fruchtzucker aber nicht der zentrale Auslöser für eine Nichtalkoholische Fettleber. Studien, in denen die Probanden entweder nur Fruchtzucker oder nur Traubenzucker erhielten sind aber weit von der realen Situation entfernt und nur beschränkt aussagekräftig. Eine systematische Übersichtsarbeit widerlegt die Annahme, dass vor allem Fruchtzucker ein Dickmacher ist. Vielmehr sieht sie klare Hinweise, dass es schlicht die übermäßige Menge an verspeisten Kalorien ist, die Übergewicht verursacht. Ein dauerhaftes zu viel an Zucker erhöht das Risiko von zu hohen Blutfettwerten und Diabetes. Ihr Konsument-Team
  • Isoglukose statt Zucker - Mensch wird dem Kapital geopfert
    von good vibrations am 15.10.2015 um 08:44
    Die EUSA-Komission hat die bisher in Europa untersagte Iso-Glukose freigegeben und es muß nicht mal mehr deklariert werden ... es macht uns so fett und krank wie die Amis schon sind, und wir werden auch die Gründe nicht mehr erfahren - das ist Markt-u. Kapitalfaschismus! - sehen Sie eine 3sat-Doku: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=… obj=54502 und Malmström sagt: Sie habe kein Mandat vom Wähler ...[nur von den Großindustriellen] so schauts leider aus...
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