TANN Rindfleischprodukte Spar

Begrenzt idyllisch

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veröffentlicht: 10.05.2016

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: TANN Rindfleisch, das nur zu einem geringen Anteil unter den in einem Werbespot gezeigten Bedingungen produziert wird.

 

Erhältlich bei: Spar

Das ist das Problem

Spar bietet unter der Eigenmarke TANN Rindfleisch an und bewirbt es in einem Spot, der auch im Fernsehen gezeigt wird. In diesem sind Rinder, darunter etliche Muttertiere mit Kälbern, auf saftig-grüner Weide zu sehen. Der Beitrag lässt den Eindruck entstehen, dass das komplette TANN Rindfleischsortiment von Rindern mit Weidezugang bzw. aus Mutterkuhhaltung stammt.

Mutterkuhhaltung und Weidezugang ...

Eine Konsument-Leserin, die sich darüber gründlich geärgert hatte, schrieb uns: "In diesem Spot wird suggeriert, dass das Rindfleisch von TANN aus besonders tiergerechter Haltungsform stammt. So haben die Rinder im Werbefilm permanent Weidezugang, die Kälber werden mit der Mutterkuh aufgezogen (Mutterkuhhaltung). In der konventionellen Rindfleischproduktion ist dies jedoch keine gängige Praxis."

Mit diesem Schreiben konfrontiert, erklärte uns Spar per Stellungnahme, dass der Inhalt des Werbespots selbstverständlich der Realität entspreche.

... nur für ein Viertel der Rinder

Wir wollten es aber genauer wissen und fragten noch nach, welcher Anteil des TANN Rindfleisches nun tatsächlich – so wie im Spot zu sehen – aus Mutterkuhhaltung inklusive Weide stammt.

Die Antwort des Unternehmens fiel ernüchternd aus: im Jahresdurchschnitt etwa ein Viertel der gesamten Rindfleischproduktion. Also nicht gerade viel.

Kein Siegel für artgerechte Tierhaltung

Lassen Sie sich von schönen Werbebildern nicht in die Irre führen. Bei der Fleischproduktion gibt es große Unterschiede hinsichtlich Tierhaltung. Ein einheitliches Siegel mit rechtlich verbindlichen Kriterien für artgerechte Tierhaltung ist derzeit noch ausständig.

Es ist allerdings zu befürchten, dass in Hinkunft auf Initiative von Unternehmen oder unternehmensnahen Organisationen etliche Tierschutz-Siegel kreiert werden, die hauptsächlich der Werbung dienen. Ihre Aussagekraft wird für Kunden wohl schwer zu beurteilen sein.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo