Betriebssystem: Umstieg auf Linux

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KONSUMENT 6/2014 veröffentlicht: 22.05.2014

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Betriebssystem wechseln: Von Microsoft alleingelassene XP-Nutzer haben eine Alternative: Wer den Schritt wagt, findet bei Linux kostengünstig ein neues Heim.

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Man stelle sich folgende Situation vor: Seit gut zwölf Jahren lebt man nun schon in jener Wohnung, die Einrichtung ist zwar nicht der neueste Schrei, aber man hat sich daran gewöhnt und kommt gut zurecht. Dann erfolgt die Kundmachung, demnächst werde das Viertel aufgegeben, Postzustellung und Müllabfuhr würden eingestellt, und man solle sich doch nächstens nach etwas Neuem umsehen.

So in etwa ergeht es derzeit vielen Windows-XP-Nutzern. Da heißt es Koffer packen und überlegen, wohin die Reise gehen soll. Wer sich ohnehin einen neuen Computer leisten möchte, wird diesen mit Windows 8 oder – wenn er gezielt danach sucht – mit Windows 7 ausgestattet erhalten. Es geht aber auch anders, und das im Optimalfall sogar kostenlos.

Linux: Frei, aber benutzerfreundlich

Ein Umstieg auf Linux kann sich durchaus lohnen, denn das freie Betriebssystem punktet mit wachsender Unterstützung und Benutzerfreundlichkeit und bietet ein deutliches Plus an Sicherheit. Auch stehen die Chancen gut, dass man seine in die Jahre gekommene Hardware (Computer, Drucker, Scanner etc.) ohne größere Schwierigkeiten weiterverwenden kann. Das ist ja speziell beim Wechsel von XP auf ein aktuelles Windows-Betriebssystem alles andere als selbstverständlich.

Neue Ubuntu Version: 14.04 LTS "Trusty Tahr"

 
   
 

Eine Eigenheit in der Linux-Welt sind die unterschiedlichen Distributionen, da verliert man leicht einmal den Überblick. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um unterschiedliche Desktops bzw. Benutzeroberflächen und Zusammenstellungen vorinstallierter Softwarepakete. Wie bei der Innenausstattung seiner neuen Behausung kann man sich aber auch hier nachträglich mit der individuellen Gestaltung auseinandersetzen. Wir konzentrieren uns der Einfachheit halber in diesem Artikel auf das populäre Ubuntu, welches dieser Tage in einer neuen Version mit Langzeitunterstützung veröffentlicht wurde. Ubuntu 14.04 LTS "Trusty Tahr" wird garantiert über einen Zeitraum von fünf Jahren gepflegt und mit Updates sowie Fehlerbehebungen versorgt.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern zur Ubuntu-Installation finden Sie auf Seite 5. Auf Seite 6 können Sie sich dieselbe Anleitung in einer Bildergalerie (mit Fotos in besserer Auflösung) ansehen.


ISO-Datei (32-bit) downloaden

Auf der offiziellen Seite www.ubuntu.com (> Download > Desktop) wird man fündig, und zwar in Form einer ISO-Datei. Dabei handelt es sich um das Abbild des Inhalts einer CD oder DVD. In der Regel ist das 32-Bit-Abbild für die Intel-x86-Architektur in der Desktop Version die richtige Wahl (zum Download: Ubuntu - 14.04 LTS "Trusty Tahr").

64-bit-Version nur bei starkem Prozessor und mehr Arbeitsspeicher

Nur wer einen (heute selbstverständlichen, aber zu XP-Zeiten recht fortschrittlichen) 64-Bit-Prozessor (z.B. Athlon64, Opteron, Xeon, Core 2) und mehr als 4 Gigabyte Arbeitsspeicher sein Eigen nennt, kann sich auch für die AMD64-Version entscheiden.

Linux statt Windows XP (Bild: kontur-vid, The_Pixel/Shutterstock.com)  

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Kommentare

  • Hinweise für Einsteiger
    von sternenhimmel am 23.08.2014 um 11:47
    Unetbootin ist ein Programm um USB-Bootsticks zu erstellen, bei der der Download im Programm gleich integriert ist: http://unetbootin.sourceforge.net/ Befreundeten Einsteigeren empfehle ich mit einem klassischen Desktop zu starten (erinnert am meisten an Windows XP/7). Damit sind zB gemeint Xubuntu (Ubuntu mit dem XFCE Desktop): http://xubuntu.org Der im Konsument-Artikel vorgestellte Standard-Desktop von Ubuntu hat in der Ubuntu-Gemeinde vor einigen Jahren zu einer Spaltung geführt. Manche lieben diese neue Desktop Variante, andere sind wieder auf klassische Desktop-Varianten umgestiegen. Auch die Interface-Umstellungen bei Windows 8 haben gezeigt, dass man User sehr verärgern kann, wenn man an der Oberfläche große Änderungen durchführt.
  • Ergänzende Anmerkungen 2
    von REDAKTION am 03.06.2014 um 14:13
    Der Komplexität des Themas Linux entsprechend, möchten wir auch folgende Informationen eines KONSUMENT-Lesers veröffentlichen: "Für ältere Hardware kommt nach meinen Erfahrungen in der Regel nur der Xfce-Desktop infrage, der einen ausreichenden Funktionsumfang für Windows-Umsteiger bietet. Zu empfehlen ist "Linux Mint 13 Xfce" (LTS, Unterstützung bis 4/2017), dieses lässt sich ohne Aufwand auf nahezu jeder alten Hardware installieren, alternativ "Xubuntu 12.04". "Ubuntu 12.04" und alle nachfolgenden Versionen und Derivate verlangen Prozessoren, die PAE (Erweiterung für Arbeitsspeicher-Unterstützung bis 32 GB)unterstützen, ein Start der Linux-CD / DVD wird bei Prozessoren ohne PAE mit einer entsprechenden Fehlermeldung abgebrochen! Erst mit der aktuellen Ausgabe von "Xubuntu 14.04" (LTS, Unterstützung bis 4/2019) gibt es die Möglichkeit, das Programm auf Computern mit Pentium-M-Prozessor zu installieren, dazu ist die Vorgangsweise in folgendem Artikel beschrieben: http://askubuntu.com/questions/450400/install-lubuntu-14-04-lts-on-a-non-pae-processor Nahezu alle Windows-Programme lassen sich unter Linux mit der Software WINE (muss installiert werden, nicht im Standardumfang enthalten) betreiben. Insbesondere auf Computern mit kleinerer Festplatte kann damit der Platzbedarf für das parallel installierte Windows XP eingespart werden." Ihr KONSUMENT-Team
  • Ergänzende Anmerkungen 1
    von REDAKTION am 03.06.2014 um 14:07
    Aufgrund von Rückmeldungen aus der Leserschaft möchten wir die folgenden ergänzenden Informationen veröffentlichen: Bei der Vielzahl an Derivaten und Distributionen ist es eine Herausforderung, das passende System für die eigenen Bedürfnisse und Hardware zu finden. Wir konnten in dem Artikel aus Platzgründen nicht auf die verschiedenen Desktop-Umgebungen eingehen, aber es ist richtig, dass Lubuntu oder auch Xubuntu mit ihren "schlankeren" Arbeitsumgebungen LXDE bzw. Xfce oft besser für ältere Prozessoren geeignet sind, als die Unitiy-Benutzeroberfläche von Ubuntu. Da Windows XP bereits seit über 12 Jahren im Einsatz ist, ist das Spektrum an Hardware und vor allem an Prozessoren, auf denen Windows XP betrieben wird, sehr groß und je älter die Hardware ist, umso sinnvoller ist es natürlich, auf eine ressourcenschonende Benutzeroberfläche zu setzen. Es gibt Distributionen wie "Bodhi Linux", die bereits auf einem 300-Mhz-Prozessor (wie z.B. Intel Pentium II) laufen und somit auch auf über 15 Jahre alter Hardware noch gute Dienste leisten. Und erfreulicherweise wird die weltweite Linux-Entwicklergemeinschaft weiterhin darum bemüht bleiben, das Beste aus in die Tage gekommenen Geräten herauszuholen. Ihr KONSUMENT-Team
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