Schneeballsystem: myadvertisingpays

Hände weg

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KONSUMENT 4/2016 veröffentlicht: 11.02.2016, aktualisiert: 15.07.2016

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50 Dollar investiert, 60 Dollar verdient? Schön wärs. Das Schneeballsystem myadvertisingpays.com hat großen Zulauf. Hände weg!

Die Website myadvertisingpays.com (MAP) fordert Teilnehmer auf, ihr Geld in sogenannte "Credit Packs“ (49,99 Dollar pro Stück) zu investieren, um am Ende eines Credit Packs mehr Geld zurückzubekommen - 60 Dollar (früher) und jetzt 55 Euro. Einzige Aufgabe (neben der Investition von Geld): täglich auf 10 Werbeanzeigen klicken. Dadurch würde man angeblich am sogenannten "Profit-Share" des Unternehmens beteiligt, der sich wiederum über nicht genannte "externe Werbepartner“ finanzieren soll. Wer einzahlt und klickt, könne, so das Versprechen, auf mehrere tausend Euro monatlich kommen.

Schneeballsystem

Der Internet-Ombudsmann kritisiert auf seiner Website  www.watchlist-internet.at (Stand: 5.2.16): Die Website dieses Schneeballsystems weise kein Impressum auf. Der Inhaber habe seine Identität durch den Anonymisierungsdienst GoDaddy verschleiert. Nach Angaben von MAP-Teilnehmern befinde sich der Firmensitz auf der Insel Anguilla, einem Steuerparadies ohne Auskunftspflichten. - Die neue MAP-Website, das zeigte unsere Nachschau am 9.6.2016, nennt im Impressum Michael Everette Deese als Managing Director und ist in Queen Court, 24 Queen Street, Manchester, England, gemeldet.

Glückspiel

"Im Grunde genommen“, so sieht es die Website der belgischen Verbraucherschutzzentrale, handle "es sich um ein Glückspiel, bei dem sehr wenige am Ende etwas Geld verdienen, auf Kosten neuer Mitglieder. Denn das MAP-System, wie auch alle anderen Schneeball- oder Pyramidensysteme, funktionieren so lange, bis sich keine neuen Mitglieder melden.“ Eine klare und sehr lesenswerte Analyse wie MAP funktioniert finden Sie unter www.fakten-direktvertrieb.de . Fakt ist, dass MAP seit 2015 das USA-Geschäft aufgibt und sich auf Europa konzentriert.

"Der Artikel stimmt nicht"

Eine sehr engagierte MAP-Vertreterin in Österreich, Brigitte Scherzinger reagierte auf unsere Meldung. Der Artikel stimme nicht, MAP sein kein Gewinnspiel. Es gebe keine Geschädigten und: „Wenn sich Geschädigte bei ihnen melden, dann deswegen, weil sie versucht haben MAP zu schädigen.“ Weltweit liege die Zahl der MAPler bei 270.000. Auf Facebook kenne Sie im deutschsprachigen Raum etwa 6000. KONSUMENT: „Welche Leistung erbringen MAPler für das Geld, das sie bekommen?“ Scherzinger: Als MAPler „mache bzw. schalte ich Werbung für mich und andere.“ KONSUMENT: „Sie bezeichnen sich als Affiliate. Was ist ihr Job?“ Scherzinger: „Ich bewerbe digitale Leistungen.“

Lesen Sie auch über DexCar: Dexcar: Verdacht auf Schneeballsystem
 

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Kommentare

  • Ist Recyclix ein Schneeballsystem?
    von REDAKTION am 13.10.2016 um 11:18
    Wir von der KONSUMENT-Redaktion haben - Stand September 2016 - unsere Kolleginnen und Kollegen im VKI befragt. Es gab, so die Rückmeldungen, zu Recyclix keine Anfragen und keine Informationen - was aber nichts über deren Geschäftsgebarung sagt. Ihr KONSUMENT-Team
  • Ist Recyclix ein Schneeballsystem?
    von Malowan80 am 03.08.2016 um 16:47
    Ein Bekannter hat mich auf das Unternehmen Recyclix aufmerksam gemacht, über welches man Müll kauft und verkauft und so innerhalb kürzester Zeit sehr hohe Renditen erwirtschaften soll. Nach kurzen Recherchen bekam ich massive Zweifel und sieht mir das Ganze persönlich das sehr stark nach einem Schneeball-/Betrugssystem aus. Haben Sie mit https://recyclix.com/de/ bereits Erfahrungen bzw. Berichte? Ist diese Firma seriös oder sollte man als Anleger lieber die Finger davon lassen?
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