KONSUMENT.AT - Bisphenol A: Kassabons - Über die Finger in den Körper

Bisphenol A: Kassabons

Unter die Haut

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Konsument 4/2011 veröffentlicht: 17.03.2011, aktualisiert: 26.05.2011

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Über die Finger in den Körper

Studien des Kantonalen Labors Zürich (KLZH) haben ergeben, dass sich beim Hantieren mit Kassabons BPA in geringen Mengen auf der Haut ablagert. Sind die Finger trocken, bleibt weniger Substanz haften als bei schweißigen oder eingecremten Händen. Was dann passiert, zeigen Untersuchungen aus Frankreich. Eine Forschergruppe des Nationalen Instituts für Agrarforschung (INRA) konnte im Herbst des Vorjahres nachweisen, dass Bisphenol A über die Haut aufgenommen wird, also hautgängig ist. Als Modell dafür dienten Schweineohren, die in ihrer Zellbeschaffenheit menschlicher Haut ähneln.

Wie viel BPA auf diesem Weg tatsächlich in den menschlichen Körper gelangt, ist noch unklar. Schätzungen gehen davon aus, dass die Mengen im Vergleich zu jenen, die wir mit der Nahrung aufnehmen (übers Essen nehmen wir das meiste Bisphenol A auf), verschwindend gering sind. Selbst bei ständigem Hantieren mit Kassabons – Alltag für viele Handelsangestellte – sehen die Wissenschaftler keine Gefahr.

Langzeiteffekte unklar

Also alles paletti? Keineswegs! Was Langzeiteffekte, aber auch was die Dosis anlangt, bei der Wirkungen auf den menschlichen Organismus auftreten, tappt die Wissenschaft nach wie vor im Dunkeln. Solange man nichts Genaues weiß, gibt es nur einen vernünftigen Weg – das Vorsorgeprinzip.

KONSUMENT fordert daher: Weg mit BPA aus Kassabons! Seit Ende vorigen Jahres bieten Papiererzeuger auch BPA-freie Thermopapiere an. Aufgrund ihrer aufwendigeren Produktion sind sie momentan noch deutlich teurer als herkömmliche Ware. Gleichzeitig wird am Einsatz von verkapselten Farbstoffen gearbeitet. Es gibt also schon Möglichkeiten, BPA in Kassabelegen zu vermeiden.

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Kommentare

  • BPA Sondermüll?
    von REDAKTION am 04.04.2011 um 13:56
    Danke für den Hinweis. Wir haben ihn bereits in unseren Artikel eingearbeitet. Ihr Konsument-Team
  • BPA Papier ist Sondermüll?
    von canisrivo am 31.03.2011 um 08:40
    Bei der Diskussion in Deutschland wurde - soweit ich mich erinnere - darauf hingewiesen, Thermopapier (Kassabons) NICHT zum Altpapier zu geben. Ein Hinweis zu diesem Problem fehlte mir in dem Artikel. Bei Zielpunkt wurde/wird fallweise vor dem Ausdruck gefragt, ob man den Bon braucht.