Handelsplattformen

Betrüger unterwegs

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KONSUMENT 9/2016 veröffentlicht: 25.08.2016

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"Vorsicht Falle": Nach eBay und willhaben.at haben unlautere Anbieter nun auch Amazon Marketplace für sich entdeckt.

Die Masche ist nicht neu, scheint aber leider anhaltend erfolgreich zu sein, weil sie in letzter Zeit auch auf Amazon Marketplace um sich greift. Zur Klarstellung: Amazon Marketplace ist eine Verkaufsplattform wie beispielsweise willhaben.at oder eBay, bei der Amazon lediglich die Infrastruktur zur Verfügung stellt. Das Geschäft selbst wird zwischen dem Kunden und dem (privaten oder kommerziellen) Anbieter abgeschlossen.

Attraktiver Preis

Betrüger versuchen, die bekannten Namen dieser Plattformen für sich zu nutzen und gleichzeitig die internen Kontrollmechanismen zu umgehen. Das zusätzliche Problem bei Amazon ist, dass man an sich schon zweimal schauen muss, um zu erkennen, ob man direkt bei Amazon oder via Marketplace bei einem Dritten kauft. Konkret läuft die Sache nach folgendem Muster ab: Ein begehrtes Produkt wird zu einem äußerst attraktiven Preis angeboten. Zeigt man Interesse, wird man gebeten, nicht über die internen Wege der Verkaufsplattform zu kommunizieren, sondern über eine externe E-Mail-Adresse. Zur Bestätigung, dass trotzdem alles korrekt abläuft, erhält man dann zum Beispiel eine E-Mail von Amazon – bei der es sich allerdings um eine gut gemachte Fälschung handelt.

Vorauszahlung

Auch die Bezahlung läuft nicht über die vorgesehenen Wege, sondern über Western Union, ein ausländisches Konto oder vorgeblich über PayPal, wobei einem auch hier auf externem Wege eine Kontonummer bekannt gegeben wird. Es handelt sich natürlich immer um eine Vorauszahlung. Theoretisch kann es sich bei solchen Schnäppchen um gestohlene Ware handeln, wahrscheinlicher ist aber, dass man entweder ein minderwertiges, gefälschtes Produkt zugesandt bekommt oder überhaupt keines. Bevor man reagieren kann, ist das Geld dann bereits behoben und vom Verkäufer fehlt jede Spur. Die Verkaufsplattformen selbst putzen sich ab, weil sie ja nur die Infrastruktur zur Verfügung stellen; als Kunde ist man dann leider finanziell geschädigt und lediglich um eine Erfahrung reicher.

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