KONSUMENT.AT - Kaffeeanbieter im Ethik-Test - Nachfrage und Produktion

Kaffeeanbieter im Ethik-Test

Nicht mehr im Schatten

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Konsument 9/2006 veröffentlicht: 18.08.2006

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Immenser Verbrauch

In den reichen Ländern gehört Kaffee zu den beliebtesten Getränken überhaupt, in Österreich rangiert er (in Litern gerechnet) nach Mineralwasser und Bier an dritter Stelle. Pro Kopf werden hier zu Lande 8,2 Kilo im Jahr verbraucht, was nur von skandinavischen Staaten überboten wird. Die größten Kaffeeliebhaber sind die Finnen mit nahezu 12 Kilo. Und immer mehr Konsumenten wollen ihr Lieblingsgetränk ohne schlechtes Gewissen genießen, möchten wissen, unter welchen Bedingungen es hergestellt wird.

Die Nachfrage steigt

Kaffee gilt seit jeher als Symbol für die Ausbeutung der Dritten Welt; schon vor Jahrzehnten gab es erste Versuche, fair gehandelten Kaffee als Alternative zu etablieren. Heute boomt der Handel mit Fairtrade-Produkten, im Vorjahr wurde im weltweiten Verkauf die Milliarden-Euro-Marke übersprungen (ein Plus von 37 Prozent gegenüber 2004). Hauptumsatzträger im immer breiter werdenden Sortiment sind Kaffee und Bananen.

  Traditioneller Schattenanbau

Wie Kaffee angebaut wird, geht alle an. Ein Großteil der Anbauflächen (80 Prozent) befindet sich im Regenwaldgebiet. Der traditionelle Schattenanbau (unter dem Dach des Regenwaldes) hat große Vorteile: Die biologische Vielfalt sorgt dafür, dass dank natürlicher Feinde die Kaffeekirschen vor Schädlingen bewahrt werden. Der Boden kann sich regenerieren, Dünger ist nicht erforderlich.

Regenwald zerstört

Doch immer mehr Kaffeeproduzenten gehen zur unbeschatteten Anbauweise in Sonnenplantagen über: derzeit 40 Prozent der Anbaufläche in Lateinamerika; in Vietnam, dem zweitgrößten Kaffeeproduzenten nach Brasilien, hat es den traditionellen Schattenanbau nie gegeben. Das führt zwangsläufig zur Bodenerosion; der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sowie der hohe Mechanisierungsgrad belasten die Umwelt. Die Kaffee-Monokulturen beschleunigen den Klimawandel: Der verbleibende Regenwald kann nur mehr halb so viel CO2 binden wie ehedem.

 

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