Lebensdauer von Produkten

Geplante Obsoleszenz

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KONSUMENT 2/2013 veröffentlicht: 24.01.2013, aktualisiert: 23.02.2017

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Zufall oder Absicht? Viele Geräte geben nach Ablauf der Gewährleistung ihren Geist auf. Vieles deutet darauf hin, dass es sich um geplanten (künstlichen) Verschleiß handelt.

Das hat wohl jeder schon erlebt: Kaum ist die Gewährleistungsfrist eines Gerätes abgelaufen, ist es auch schon defekt. Zufall? Ein Montagsgerät erwischt? Mitnichten. Der Wahnsinn hat nach Meinung von Kritikern vielmehr Methode und auch einen Namen: geplante Obsoleszenz. Der aus dem Lateinischen kommende Begriff bedeutet soviel wie „veralten“. Es handelt sich also, wenn man so will, um ein internes Ablaufdatum, welches die Lebenszeit von Geräten bewusst beschränkt – am besten (aus der Sicht von Herstellern und Handel) auf den Zeitraum kurz nach Ablauf der zweijährigen Gewährleistungsfrist. Geplanter oder künstlicher Verschleiß?

Geplanter Verschleiß?

Danach wird entweder eine (teure) Reparatur fällig oder eine Neuanschaffung. Und genau das sei das Ziel, behaupten Kritiker. Ingenieure und Designer würden von den Herstellern dazu angehalten, die von ihnen entworfenen Produkte so zu konstruieren, dass sie bei durchschnittlicher Nutzung innerhalb eines vorhersehbaren Zeitraums den Geist aufgeben.

Fakt oder Verschwörungstheorie?

„Reine Verschwörungstheorie“, halten Hersteller und Handel dem entgegen, sie produzierten einfach (auch) Geräte, die der verbreiteten „Geiz-ist-geil“-Mentalität entsprächen, also in erster Linie billig sein müssten, da Qualität und Langlebigkeit für viele Konsumenten keine Kaufargumente seien. Und Billigware habe nun einmal eine kürzere Lebenserwartung als qualitativ hochwertige und somit teurere Produkte.

Kaum echte Beweise

Im Einzelfall lässt sich tatsächlich schwer ein vorsätzlicher Fehlereinbau nachweisen, da sich noch kein Konstrukteur oder Designer fand, der dies öffentlich eingestanden hätte. Dieser Art von Beweis bedürfe es aber auch gar nicht, sagen die Kritiker, denn die täglichen Erfahrungen zahlloser Verbraucher und die Kenntnis der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge seien Indiz genug.

Umfrage: Was haben Sie erlebt?

Gibt es die Obsoleszenz (künstlicher Verschleiß) oder ist das nur ein Mythos? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wie könnte man die Müllproblematik in den Griff bekommen?

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Kommentare

  • Kunden wollen das so ...
    von geos am 25.02.2017 um 10:17
    Kunden wollen das so. Wirklich? Würde die Wirtschaft das ehrlich meinen, dann würde man in den Geschäften nicht nur den ("Billig"-)Ramsch bekommen, sondern neben dem Gerät mit dem Billigchip/Plastikzahnrad/etc. müsste auch das Gerät mit dem guten haltbaren Chip/Metallzahnrad/haltbaren Bauteilen stehen. Die paar Euro Preisdifferenz (zwischen den billigen und den haltbaren Bauteilen) würden wohl die Meisten gern zahlen. (Zgonc-Verkäufer (sinngemäß): Wenn wir gute Produkte auch anbieten kauft niemand den Ramsch). Somit wäre die einzige Prodestmöglichkeit gar nicht kaufen. Argument Arbeitsplätze erhalten? Wenn alle so agieren führt das nur dazu, dass wir ALLE öfter kaufen müssen - wir erhalten uns unsere Arbeitsplätze selber, den Gewinn streichen die Unternehmer/Konzerne ein.
  • Geplante Obsoleszenz, geplante Inkompatibilität gepaart mit inhaltsloser aber stimulierender Werbung
    von good vibrations am 24.09.2016 um 16:29
    ...bringt uns um mehr als zwei Wochen arbeitsfreie Zeit und müllt den Planeten zu, bereichert aber hauptsächlich die Großkonzerne.Für die ist ein Produkt überhaupt nur ein Kostenträger, ansonsten ohne Verantwortung und nicht für unsere Bedürfnisse hergestellt. Geplante Obsoleszenz gibt es in den USA flächendeckend seit ende der 50-er und ist Grundlage der globalen Wirtschaft. Dies und einiges weiteres in einem erhellenden Vortrag von Prof Christian Kreiß: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=61165
  • Geschirrspüler AEG um 700 Euro Schrott
    von jue5761 am 26.12.2014 um 21:23
    Nach 2 Jahren und 3 Monaten ist die Wanne durchgerostet. Garantie ist vor 3 Monaten abgelaufen. Für mich ein Totalschaden.
  • GRUNDIG Radiowecker Sonoclock 690
    von walterbasch am 15.07.2014 um 13:24
    Kurz nach Ablauf der Garantie bei meinem GRUNDIG Radiowecker Sonoclock 690 war plötzlich der Senderspeicher weg und die Zeitanzeige blinkte trotz neuer Stützbatterie. Meine Bitte um Kulanzreparatur wurde von Grundig mit "Diese Geraete sind irreparabel.....tut uns leid..." beantwortet. Nach gründlicher Recherche im Internet konnte ich unzählige Betroffene finden, bei denen das gleiche Gerät mit identischem Fehler kurz nach Ablauf der Garantie unbrauchbar wurde. Ich liess nicht locker und fand heraus, wie das Gerät mit geringstem Aufwand von wenigen Cent zu reparieren ist. Die Anleitung für den Austausch des zu schwachen SMD-Transistors Q110 gegen einen gängigen PNP-Transistor habe ich bei den Amazon-Kundenrezensionen gepostet und inzwischen etliche Zuschriften auf briwal@gmx.at über erfolgreiche Reparaturen aus Österreich und Deutschland erhalten. Auf Anfrage werden die erforderlichen Unterlagen (Mainboard-Stromlauf- und Bestückungsplan) gern kostenlos per Mail übermittelt. Mir ist unverständlich, warum GRUNDIG wegen weniger Cent hunderte Kunden verärgert
  • Lebensdauer Drucker HP 7510 e: genau eine Garantie lang !
    von peter20 am 27.02.2014 um 22:33
    Ich habe diesen Drucker am 24.01.2012 installiert. Der Drucker ist an und für sich sehr gut und erfüllte alle meine Erwartungen, aber genau am 08.01.2014 war lt. Help-Funktionen der Druckerkopf kaputt (druckte nur Farbflächen, aber keine Druckzeichen). Habe den Druckkopf ausgetauscht, dann funktionierte der Drucker wieder bis zum 27.02.1014. Jetzt ist der gleiche Fehler wieder da. Mir scheint jeder weitere Versuch zur Reparatur sinnlos.
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