KONSUMENT.AT - Plastiksackerln: Verbot zeigt Wirkung - Das Ende der Plastiksackerflut

Plastiksackerln: Verbot zeigt Wirkung

Kommentar von Redakteur M. Stingl

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KONSUMENT 8/2021 veröffentlicht: 22.07.2021

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Ist Ihnen das aufgefallen? Mir schon. Plastiksackerln werden langsam rar. Anfang 2020 wurde das Inverkehrbringen von Kunststofftragetaschen verboten, Restbestände durften abverkauft werden.

Mit anderen Worten: Der über Jahrzehnte unaufhörlich sprudelnde Plastiksackerl-Nachschub wurde großteils zum Versiegen gebracht. Entsprechend merken wir es langsam: Uns gehen die Plastiksackerln aus.

Jedes Sackerl so lange wie möglich einsetzen

In KONSUMENT 11/2019 berichteten wir schon über das Plastiksackerl-Verbot. Damals merkten wir kritisch an, dass die Alternativen aus Papier oder Stoff auch keine Öko-Engerln sind. Auch ­deren Herstellung ist energie- und ressourcenintensiv. Unsere Conclusio lautete: ­Jedes einzelne Sackerl, egal aus ­welchem Material, sollte so lange wie möglich benutzt werden – das ist am ökologischsten. Und genau das wird jetzt bei den Plastiksackerln passieren, da bin ich mir sicher.

Denn, Hand aufs Herz, praktisch sind die Dinger schon. Zum Beispiel auf Reisen, wenn Schuhe im Koffer verstaut werden sollen. Oder wenn der Staubbehälter des Staubsaugers entleert werden muss, und zwar so, dass man sich (als Allergiker) nicht in einer Milben-Dunstwolke wiederfindet. Oder nach dem Sport, wenn die verschwitzen Sachen in der Trainingstasche nach Hause transportiert werden sollen. Oder unterwegs im Park, wenn die zweieinhalbjährige Tochter gerade „rein“ wird, aber dann doch ein kleiner (oder großer!) „Unfall“ passiert.

Bewusstseinsbildung

Es gibt viele Situationen, in denen die Verwendung von Plastiksackerln fast alternativlos scheint. Und jetzt, da die Kunststoff­taschen zu einem raren Gut geworden sind, sickert diese Erkenntnis. Langsam. Plötzlich passt man auf, geht pfleglich mit den Sackerln um. Vorbei sind die Zeiten, in denen Plastiksackerln geschunden, sie schonunglos als Wegwerfprodukt ­behandelt wurden: einmal gebraucht und beim kleinsten Makel ab in die Tonne und her mit dem nächsten. Insofern hat das Plastiksackerlverbot gerade aus bewusstseinsbildender Sicht etwas Gutes.


Markus Stingl, Redakteur „Plastiksackerln werden rar, das Verbot zeigt seine Wirkung. Da man nicht mehr bei jedem Einkauf eines dazubekommt, gehen viele sorgsamer mit den Sackerln um. Sie auch?“
Markus Stingl l Redakteur l mstingl@konsument.at

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