KONSUMENT.AT - Plastiksackerlverbot - Jedes einzelne Sackerl so lange wie möglich benutzen

Plastiksackerlverbot

Einkaufssackerl, aber richtig

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KONSUMENT 11/2019 veröffentlicht: 24.10.2019

Inhalt

Nur wer Mehrwegbeutel lange und oft verwendet, kann damit etwas Positives für die Umwelt tun.

2020 werden sie ausgedient haben, die Plastiksackerl. Das hat der Nationalrat heuer einstimmig beschlossen. Gut gemeint – aber das ist leider oftmals das Gegenteil von gut. Denn die Alternativen, allen voran Papier- und Stoffbeutel, sind alles andere als grüne Engerl. Ohne eine groß angelegte Kampagne, die Verbraucher dazu motivieren soll, ihr Nutzungsverhalten zu ändern, verpufft die Wirkung dieses „Öko-Gesetzes“.

Nur 2 % des österreichischen Plastikmülls

Natürlich, Sackerl aus Plastik sind weltweit ein veritables Problem. Das Plastiksackerlverbot in Österreich hat das Potenzial, bis zu 7.000 Tonnen Müll zu vermeiden, heißt es. Klingt viel. Ist es auch. Allerdings machen Plastiksackerl nur etwa zwei Prozent des österreichischen Plastikmülls aus. Die Klimabilanz eines Plastiksackerls ist selbstredend schlecht. Aber anders als es der „Hausverstand“ bei Billa suggeriert, sind Papiersackerl nicht per se besser. Im Gegenteil. Sie müssen mindestens drei Mal verwendet werden, um in der Öko-Bilanz einen Vorteil gegenüber den Einwegplastiksackerln zu erzielen – das hat eine britische Studie schon vor einigen Jahren ergeben.

Energie- und rohstoffintensive Herstellung

Hintergrund ist die energie- und rohstoffintensive Herstellung eines möglichst robusten und reißfesten Papiersackerls, bei der auch viele Chemikalien zum Einsatz kommen. Einziger Vorteil: die biologische Abbaubarkeit. Und was ist mit einem Baumwollbeutel? Mit dem muss sogar mehr als 100 Mal geshoppt werden, bis er eine bessere Klimabilanz aufweist als ein Plastiksackerl. Die Baumwollherstellung verschlingt extrem viel Wasser und es werden großzügig Pestizide und Kunstdünger eingesetzt. Außerdem sind weltweit rund zwei Drittel der Baumwollpflanzen genetisch verändert.

Was also tun?

Jedes einzelne Sackerl sollte so lange wie möglich benutzt werden. Am Ende, also wenn es schon wirklich dreckig ist oder die Tragehenkel kaputt sind, kann ein Plastiksackerl beispielsweise noch als Müllsack dienen. Das absolut Schlechteste ist, Berge von Sackerln daheim zu horten (insbesondere Stoffbeutel). Deshalb sollte man es sich zur Angewohnheit machen, sein Einkaufsackerl immer mit dabeizuhaben. So ein Stoffbeutel (am besten bio-zertifiziert!) wiegt nicht viel und kann einfach verstaut werden, z.B. in der Handtasche, in der Satteltasche am Fahrrad oder im Auto.

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Kommentare

  • Stoffsackerl
    von Ablinger_Oliver am 26.10.2019 um 20:45
    Ich habe vor einiger Zeit mal meine "Sackerlsammlung" sortiert .. Da sind Stofftaschen dabei, die sind noch von der Fa. Schlecker, ca. 15 Jahre alt und noch immer in Verwendung ...