KONSUMENT.AT - Ökonomie: nachhaltiges Wirtschaften - Begrenzte Ressourcen, notwendiger Systemwandel

Ökonomie: nachhaltiges Wirtschaften

Alles im Wandel

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KONSUMENT 12/2019 veröffentlicht: 21.11.2019

Inhalt

Konsum kurbelt die Wirtschaft an – ist das noch zeitgemäß? Alternativen zum bestehenden Wirtschaftssystem und Ideen für einen notwendigen Wandel sind gefragt.

„Wird eingekauft, geht‘s der Wirtschaft gut. Geht‘s der Wirtschaft gut, geht‘s uns allen gut.“ Dieser Slogan wird besonders vor Weihnachten gebetsmühlenartig wiederholt. Der Haken: Alles, was gekauft wird, muss auch produziert werden. Das geht zulasten der Umwelt und auf Kosten von Arbeitern, die in den Herstellerländern schamlos ausgebeutet werden. Dass in unserem Wirtschaftssystem einiges im Argen liegt, ist kein Geheimnis mehr. Ein System, das endloses Wachstum predigt auf einem Planeten, dessen Ressourcen begrenzt sind – wie soll das funktionieren? 

Im Jahr 1972 erschien der erste Bericht des Club of Rome mit dem Titel „Die Grenzen des Wachstums“. Die Schlussfolgerung lautete: „Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.“ Fast ein halbes Jahrhundert danach ist alles beim Alten. In einem offenen Brief an die EU im September 2018, unterschrieben von mehr als 230 Wissenschaftlern und Forschern, hieß es: „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich die Wirtschaftstätigkeit auch nur annähernd so weit von Ressourcenverbrauch oder Umweltverschmutzung entkoppelt, wie es tatsächlich notwendig wäre. Um die sozialen Probleme in den europäischen Ländern zu lösen, brauchen wir heute kein weiteres Wachstum.“ 

Ganzheitliches Denken 

Viele Experten hinterfragen die Rahmenbedingungen des Kapitalismus und das neoliberale Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken. Immer lauter wird die Forderung nach einer Transformation, einem Systemwandel. Doch wie könnte der aussehen? Unter den Experten herrscht Einigkeit, dass es nicht zielführend ist, nur an einzelnen Stellschrauben zu drehen. Das vorherrschende Wachstums- und Konkurrenzdenken müsse von einem ganzheitlicheren Denken abgelöst werden. 

„90 Prozent der Länder weltweit sind in ihrem Wohlstand von Benzin und Kohle abhängig“, nennt Ernst Ulrich von Weizsäcker, Naturwissenschaftler und ehemaliger Co-Präsident des Club of Rome, ein Beispiel. „Eine CO2-Steuer würde dem Ausbau von fossilen Energien entgegenwirken. Destruktive Dinge wie die Vergiftung der Böden müssen in kleinen Schritten verteuert werden; gleichzeitig könnte der Bio-Landbau subventioniert werden.“

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Kommentare

  • @petzi
    von REDAKTION am 13.12.2019 um 09:53
    Der ADAC kam in einer 2018 veröffentlichten Studie zu dem Schluss, dass „keine generelle Aussage getroffen werden kann, welche Technik am klimafreundlichsten abschneidet“. Auf diese Studie referenzierte sich der Autor. Sie haben aber Recht, inzwischen hat der ADAC (respektive der ÖAMTC) selbst nachgebessert und auf die von Ihnen zitierte Lebenszyklus-Analyse (vom Grazer Joanneum Research durchgeführt) hingewiesen.

    Der Fokus unseres Artikels ist aber ohnedies ein anderer. Die Frage muss lauten: Welche Alternativen gibt es zum Individualverkehr? Und das konstatieren ja auch Sie richtigerweise: „Es geht um den Umstieg auf alternative Mobilitäts-Varianten.“ Wir werden die Klimakrise nicht bewältigen, wenn wir einfach 1:1 alle Benziner/Diesel gegen E-Autos austauschen. Auch die Studie vom Joanneum Research kommt zu den Schluss, dass es „selbst auf lange Sicht kein treibhausgasneutrales Fahrzeug geben kann“. Schon allein aufgrund der anfallenden Treibhausgasemissionen aus der Produktionsphase eines jeden Fahrzeuges.

    Dessen ungeachtet werden wir in KONSUMENT bei Gelegenheit das Thema „Mobilität“ wieder genauer unter die Lupe nehmen.

    Ihr KONSUMENT-Team
  • CO2-Bilanz E-Auto nicht gut genug - Falschaussage
    von petzi am 07.12.2019 um 18:16
    Die Aussage, dass der ADAC dem E-Auto keine bessere CO2-Bilanz als anderen Antrieben zugesteht, ist in dieser verkürzten Form leider falsch.
    Sogar mit dem für europäische Verhältnisse relativ schlechten Strommix (geringer Anteil an erneuerbarer Energie) in Deutschland überholt das E-Auto laut ADAC das Benzin-Auto nach ca. 127.000km und das Diesel-Auto nach ca. 219.000km. Abgesehen davon, dass der deutsche Strommix jedes Jahr besser wird, ist aktuell der europäische Strommix um einiges und der österreichische um vieles besser. Mit 100% erneuerbarer Energie ist das E-Auto nach etwa 100.000km schon heute jedem anderen Antrieb überlegen und dazu stehen schon die nächsten noch effizienteren/umweltschonendere Batterie-Generationen in den Startlöchern.
    Der ÖAMTC sieht beim Vergleich der CO2-Bilanzen mit dem österreichischem Strommix einen klaren Sieger ggü den herkömmlichen Antrieben: Das E-Auto!

    Ich bitte Sie, bei diesem heiklen Thema genauer zu recherchieren, da der Umstieg auf alternative Mobilitäts-Varianten einer der Hauptsäulen im Kampf gegen die Klimakrise sein muss.
    Vielleicht ist dazu ein eigener ausführlicher Bericht sinnvoll (siehe auch Life Cycle Analyse von ÖAMTC).