Obsoleszenz: In Frankreich verboten

Als Betrug geahndet

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KONSUMENT 10/2015 veröffentlicht: 24.09.2015

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Obsoleszenz, die Verkürzung der Lebensdauer eines Produktes durch gezielten Einbau von Schwachstellen, ist in Frankreich künftig strafbar und wird als Betrug geahndet.

Das kürzlich verabschiedete Energiewendegesetz sieht zwei Jahre Haft und 300.000 Euro Geldstrafe als Sanktion vor. Der Schritt Frankreichs wird als „Kampfansage an den eingebauten Verschleiß“ gewertet; viele Parteien und Organisationen fordern, dass auch andere Staaten diesem Beispiel folgen. Doch selbst die Initiatoren des Gesetzes, Frankreichs Grüne, erwarten nun keine Verurteilungswelle.

Umdenken soll angestoßen werden

Es geht eher darum, ein Umdenken in der Branche anzustoßen. Experten verweisen darauf, dass es schon bisher nicht möglich war, einem Hersteller eine absichtliche Verkürzung der Lebensdauer nachzuweisen. Dazu müsste erst einmal definiert sein, wie lange ein Haushaltsgerät oder ein TV-Gerät im Normalfall hält. Nicht zuletzt müsste der Beweis erbracht werden, dass der Hersteller vorsätzlich gehandelt hat. Ein auf Umweltfragen spezialisierter Anwalt, Arnaud Gossement, meint denn auch, das Gesetz habe eher eine pädagogische und weniger eine juristische Bedeutung. „Es ist ein Signal an die Märkte.“

 

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